Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 17 — den Himmel schuf1). Daß diese beiden einander vernichtenden Elemente, aus denen übrigens auch die Engel und die heiligen Chajöth geschaffen wurden, so friedlich beisammen bleiben, folgt aus Hiob 2b2: Er stiftet Frieden in seinen Höhen2). Es wird aber tradiert, daß der Himmel bloß aus einem Tropfen Wasser so entstand, daß Gott den mittleren Tropfen des Urwassers verdichtete und daraus den unteren Himmel und die oberen Himmelshimmel schuf3). Dagegen gibt es eine Ansicht, der Himmel sei nur aus Feuer, die Erde aus Wasser geschaffen und beide werden durch die Luft verbunden4). E. Simon b. Jochaj wieder läßt den Himmel nur aus Wasser, die Engel aus Feuer schaffen und friedlich nebeneinander wohnen5). Jedoch wird König Salomo, d. i. der Friedenstifter (Gott), dadurch gekennzeichnet, daß er zwischen Feuer lind Wasser Frieden machte, indem er sie miteinander vermischte, den Himmel daraus machte, ohne daß sie sich gegenseitig schädigen6). Aber R. Simon b. Jochaj verharrt nicht bei seiner früheren Ansicht, da er ein andermal wieder den Himmel aus Schnee und die Chajöth aus Feuer schaffen läßt und dazu Belege in der heiligen Schrift findet7). R. Jochanan läßt Gott zwei Zwirnknäuel aus Feuer und Schnee mischen und daraus die ganze Welt schaffen8). Es gibt noch andere Kombinationen: Als Gott das Feuer, Wasser und Licht geschaffen hatte, mischte er je zwei Elemente, Feuer und Wasser, woraus der Himmel entstand; Wasser mit Licht, daraus 1) Chag. 12 a. Beth ham. II 24 im Namen der Barajtha niz ru jaisai. Gen. r. 4,7 im Namen von Abba b. Kahana und Rab ruz nr isnsi. Wenn man bei Joße b. Chanina o*ö d'ä» liest, könnte man ihm zumuten, daß er den Himmel allein aus Wasser entstehen läßt und mit dieser Ansicht stünde er auch nicht allein, dann aber wäre die Etymologie von c*ety aus o*d ctf nicht gerechtfertigt. Uebrigens erklärt R. Jiczchak das "Wort aus a»a »s'r trage Wasser. Gen. r. 4,7. Gegen die Erklärung, daß sich die Menschen wundern, ob es aus Feuer und Wasser bestehe, tradiert Ii. Pinchas im Namen R. Levis, daß schon Ps. 1043 entscheide, der Himmel sei aus Wasser entstanden. Gen. r. das. Jedoch wird aus Jesaj. 642 bewiesen, daß bloß Feuer die oberen und unteren Räume voneinander scheidet und D*can wird mit tjuagu erklärt. Gen. r. 4,2. Pal. Amor. II oll Note 1. 2) Zohar II 209b. Daß der Buchstabe » auch trrs bedeuten kann, wird aus Kidd. 56b belegt, wo cnpm in stn -rpm aufgelöst wird. 3) Gen. r. 4,2. 4) Sefer Jezirah c. 3. 5) Jalk. Hiob 912. Nach R. Jochanan besteht der Himmel aus Wasser, die Sterne aus Feuer ohne einander zu schädigen. Schir. r. zu 3U. Jalk. Hiob das. j. Rosch Hasch. II 58a36, Pesikta Buber 3a. 6) Num. r. 12,4. 7) Ezek. 122 wo mp wie Hiob 61G Schnee oder Eis bedeutet (Targ. während das. 11;r 14 offenbar für den Feuerstoff der Chajöth spricht, wo pn mit dem vorhergehenden pnn identisch ist. Sir. r. das., Jalk. Hiob das. 8) Gen. r. 10,3. Bacher, Ag d. Tan. I 177. Pal. Am. I 31. Die Stelle in Tanch. Buber 4b zbü hv »uq runs: p»na vnrt ons» kann sich, wie schon Buber bemerkt, nicht auf den Himmel beziehen, da der Beleg aus Hiob 37ß nur auf die Erde Bezug haben kann; so auch Gen. r. 1,6 und Tanch. 101b, wo R. Achi lehrt i*nnj pno ihhn o*e»n muß in pns korrigiert werden, da es sonst keinen rechten Sinn gibt. Mitteilungen z. jüd. Volkskunde 1912, 1. 2