Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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— 15 — Weinend fügten sich die unteren Wasser dem Unvermeidlichen1). Im Universum hat jeder Bestandteil seinen Beruf; der die Gewässer scheidende Himmel hat einen der wichtigsten. Ohne ihn müßte jeder Trinkende sterben. Denn eine Wasserstraße entspringt aus der Hölle und ergießt sich in den Abgrund (Ginn). Diesem Himmel ist es zu verdanken, daß er das schädliche, todbringende Wasser zurückhält. Nur einmal, zur Zeit des Propheten Elischa, ist ein mundvoll dieses Wassers durchgedrungen (IL Kön. 219), daher auch das Wasser in Jericho schlecht war und die Erde unfruchtbar2). Dagegen lehrt E. Josua im Gegensatze zu E. Elieser, der die ganze Welt vom Ozean trinken läßt, die ganze Welt werde vom oberen Wasser getränkt, so, daß die Wolken das Wasser vom Himmel übernehmen3). Nach einer anderen Meinung mußte' das obere Wasser geschaffen werden, da sonst die Menschen wegen des oberen Himmelsfeuers nicht leben könnten. Nur der großen Entfernung, dem oberen Wasser und der Dicke des Eakia haben sie ihr Leben zu verdanken. Die Turmbauer Babels wollten den Himmel spalten, damit das obere Wasser herabfließe, um so einer neuen Sintflut vorzubeugen4). . Andererseits wieder wollten sie den Himmel mit Türmen stützen, damit bei einer Sintflut das obere Wasser nicht herabfalle5). Nach Maimuni bedeutet die Sonderung des Wassers keine örtliche, so daß ein Teil in die Höhe, der andere in die Tiefe ging, aber dieselbe Natur behielt, sondern eine natürliche Scheidung ging vor in bezug auf die Form. Jener Teil, der anfangs Wasser hieß, erhielt eine natürliche Form, während der andere Teil eine andere Form erhielt und dies ist das Wasser. Wenn die heilige Schrift sagt (Gen. 1^): „Und die Ansammlung der Gewässer nannte er Meere", so muß das Wasser, von dem es zuvor heißt (Vers 2) „auf die Oberfläche des Wassers" nicht das im Meere befindliche sein, sondern ein Teil sonderte sich in der Form über den Luftkreis ab und ein anderer Teil ist das untere Wasser. Und da das Firmament selbst aus Wasser geschaffen wurde (Gen. r. 4,2) — zwar wird ypl und □1Ct£' oft verwechselt, es ist aber nicht dasselbe — so teilte sich das Urwasser eigentlich in drei Teile: in Meer, Firmament und Wasser über dem Firmament, ganz außerhalb des Erdkreises. Jedoch ist dies letztere, das bloß mit dem Namen bloß behaupten, daß das obere Wasser das andere um 30 Maß überwog, denn in wßh a*ö pn bedeutet das b 30, was aber die Rabbinen nicht billigen, denn w>nn -pnn deutet ja offenbar, daß das Urwasser in der Mitte -pina geteilt wurde, j. Berach. 2c67. nwjaaioa Hohlmaß, Kraasa Lehnw. s. v. x) Gen/r. 5,4. 2) Jalk. Chadasch 99Jalk. tleub. 6*>. 3) Taan. 9b. Gen. r. 13,10. Koh. r. zu 17. Die Versüßung des Meerwassers beweist nach R. Eleasar Hiob 3628 a»prra üt» tck, Bacher, Ag. d. Tann. I 136 schließt dies aus dem Vorhergehenden vtvh naß ip?\ 4) Midr. Talpij. 31b. 5) Tanch. Buber 27*.