Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 15 (1912)
- Issue
- 1 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 14 — feststellen, daß Gott Himmel und Erde beim Tage und nicht in der Nacht geschaffen hat, da es ausdrücklich heißt (Gen. 24): „Am Tage, als Gott der Herr Erde und Himmel schuf." Und so lehrt die Schule Schammaj, daß die Idee der Schöpfung in der Nacht entstand und bei Tag vollzogen wurde. Die Schule Hilleis hingegen läßt die Idee samt der Tat bei Tag entstehen, R. Simon b. Jochaj legt kein Gewicht darauf, wann die Idee auftauchte-, Hauptsache ist, daß die Schöpfung in der Abenddämmerung vollzogen wurde1). An die Debatte von Schammaj und Hillel reiht sich die über die Zeit der Schöpfung des Firmamentes (Vp*!). Am zweiten Tage sagte Gott: Es werde eine Ausdehnung mitten im Wasser. Da wird von R. Chanina und Samuel ben Nachman tradiert: Als Gott sagte, es entstehe das Firmament, da verdichtete sich der mittlere Tropfen und so entstanden die unteren Himmel und die oberen Himmelshimmel. Das entspräche der Hillelschen Ansicht, Es war nämlich am ersten Tage noch kein Himmel vorhanden und erst am zweiten Tage wurde er geschaffen, Rab hingegen schließt sich der Ansicht Schammajs an und übersetzt }Pp"! TP der Himmel verstärke, verdichte sich. Er existierte schon am ersten Tage, war aber noch feucht, mußte daher am zweiten Tage verdichtet werden 2). Mag jedoch der Streit wie immer ausgetragen werden, gewiß bleibt, daß dieses Rakia am zweiten Tage der Schöpfung die Wassermasse in obere und untere Wasser teilte. Darüber herrscht weder in der Bibel, noch iü der Tradition irgendwelcher Zweifel. Als Gott am zweiten Tage befahl, es werde eine Ausdehnung mitten im Wasser, da sagte er zu den Gewässern: teilet euch in zwei Hälften: die eine gehe in die Höhe, die andere sinke in die Tiefe. Sie sträubten sich aber und gingen alle in die Höhe. Da streckte Gott seinen kleinen Finger aus, zerriß sie in zwei Hälften, worauf die eine in die Tiefe fiel. Dies folgt aus der heiligen Schrift, nur lese man (n^lp statt jppi d. h. es werde ein Riß3). J) Gen. r. 12,14. Jalk. das. 19. Tanch. Buber 6* fehlt R. Simon b. Jochaj und seine Ansicht wird Hillel zugeschrieben. Ag. d Tan. I 17. -) Gen. r. 4,2. ppn wie Hiob 371S y*pm: lieber das Gleichnis vom gegossenen Spiegel, der mit der Zeit verrostet, während der Himmel stets glänzt und über die Erklärungen der schwierigen Stelle n»pm — «*pin ytm Gen. r. Theodor 112. Pal. Amor. I 411. Nach Pirke El. 4 bedeutet y»pi den Himmel über dem Haupte der Chajoth, aber der eigentliche Himmel ist bereits am ersten Tage entstanden. Jalk. Gen. 5. Der Himmel über dem Haupte der vier Chajoth, die in Ezek. 122 erwähnt sind, ist auch in Dan. 12 3 gemeint, dessen Glanz auch die Einsichtigen haben, weil dieser dem der Sonne entspricht. Tosaf. B. b. 8b »pnsei, Jalk. Reub. 7». Nachmani meint umgekehrt: D*£ir sei der über der Merkabah, y*pn habe bloß die Wasser zu teilen, trage jedoch den Namen o'etr, zu Gen. 1_. 3) Midr. Konen, Beth. harn. II 25. Auch aus Ps. 6510 folgt, daß Gott das Urwasser in zwei Hälften teilte und die eine in das Firmament, die andere in den Ozean versetzte, j*s teilen. Gen. r. 4,4. R. Simon b. Pazzi will 1