Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 12 (1909)
- Issue
- 4 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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— 127 — sie4', d. h. zieht nicht nachhause, sondern bleibt liegen, das Spiel geht weiter und der Gegner kann sie event. einheimsen. Gewinner ist derjenige, der sämtliche Karten in seinen Besitz vereint. Dr. A. Fürst, Szekesfehervar. Zeitschriften und ßücherschau. Magyar Zsidö Szemle 1908 Nr. 4: Perls bespricht den Wuchs der Juden zur Zeit des Talmud und führt Legionen von Beweisen an, bis er zum Resultat kommt, daß die hoch gewachsenen eine Höhe von 1.7 Meter, die Mittelwuchses 1.6 — 1.65 Meter, die kleinerer Statur 1.6 erreichten. Darüber schrieb auch L. Blau M. Zs. Sz. (1893. Jhg. 369 und 633). E. Vadasz bespricht die Gebräuche am Szukkoth und manchen sich daran knüpfenden Volksglauben. So z. B. wird die FD"# getrocknet und das Wasser des ersten Bades eines neugeborenen Kindes damit gewärmt. TOlt"! wird in die Habdala-Büchse gegeben (bekannt). Ringe aus sbib werden gegen Cholera angewendet. Der Dtt^D des Ethrog wird gegen Unfruchtbarkeit gebraucht. Ferner beschreibt er die Gebräuche und den Aberglauben bei der Wöchnerin von der Geburt des Kindes bis zum "jTHS, wo natürlich das Hauptinteresse den Kindbett-Tafeln zufällt. Alle diese Gebräuche sind übrigens bekannt. Ein großer Fehler ist, daß Vadasz seine Quellen nicht angibt, auf deren Grund man weiter arbeiten könnte, da er den Gegenstand bei weitem nicht erschöpft. E. Vadasz: Kümpöt-Tevelach, behandelt die bekannte Ikonolatrie. Moses Szofer wird aus dem 90. 91. 77. 72 Psalmen dargestellt, über dem Kopfe der 121 usw. Dies Bild wird auch als Kindbett-Tafel verwendet. Dann bespricht V. einige jüd. Redensarten, wie: riez-rajt; Lang vi dosz golösz; trüllebär (ein schwerfälliger Körper); der tajt brauch kan nedan; ferner: rodes oder Boles, ein spezielles jüd. Gebäck. Davenen, will er von 5p - blättern erklären. Metustus (verwirrt) stammt von ixa&vorog. „Dasz zach der rof nix vekzieht, zickt zach do Kile veku ist bekannt und wird mit Tatsachen illustriert. „Alle najrösz zen bovlw (nach Ps. 120—134) vau kan sir iz, dart zen ach kane majlosz (mbsfätl lTvC3) wird auf den Vortrag in der Jeschiba angewendet. Die Geschichte der Sevö Kilesz in Ungarn ist bekannt. Erschienen ist ferner das Jahrbuch des 1MIT (IsraelitaMagyarIrodalmiTarsulat), wo unter den verschiedenen Arbeiten zu erwähnen sind: B. Edelstein, die Eszter-Legende, wo er alle auf den Gegenstand Bezug habende Stellen aus den Midraschen kurz zusammenfaßt. Dasselbe behandelt L. Blau von kulturhistorischem Standpunkte aus. (Ein Characterbild des Tyrannen und seiner Umgebung im Gegensatze zu den Juden.) B. Heller, Sagen und Legenden über die Pharisäer. Eine treffliche Widerlegung des allgemeinen Vorurteils von der Scheinheiligkeit und anderen Fehlern der Pharisäer. Von wissenschaftlichem Werte sind noch: I, Wellesz: R. Meir b. Baruch von Rothenburg, B. Mandel: Die Zustände der ungar. jüd. Schulen im 19. Jahrh. L. Kecskemeti: Die Wirkung der ersten Jahre des Exils auf den Glauben Israels. Außerdem erschien daselbst der II. Band der „Geschichte der jüd. Literatur" von A. Kecskemeti. Wir besitzen nun eine Gesch. der jüd. Liter. (2 Bände) in ungar. Sprache. Viel Raum wird der Jargon-Literatur eingeräumt. Verf. hätte lieber den Responsen, Tosafisten u. der Mystik mehr Aufmerksamkeit schenken sollen. Spinoza und Mendelssohn z. B. verdienen wohl einen Platz in der Gesch. der j. Lit., dürfen aber nicht mehr Weitläufigkeit beanspruchen als Maimuni. Hervorgehoben werden muß die glänzende Sprache und Gewissenhaftigkeit, mit welcher der V. arbeitete. Dr. A. Löwinger, Szegedin.