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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1909-01-01 · 4 (1909) · p. Seite 126

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
12 (1909)
Issue
4 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 126 (sequence 31)
Language
German
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— 126 — Kempen 1891, S. 4 Anm., 1791 und 1797 Aron Zoref, 1795 Meir Zoref nach einem in meinem Besitz befindlichen Mohelbuche S. 7, 11, 14), in Kurnik ein „Künstler" 1856 (Einschätzungsliste der jüd. Gem. Kurnik für 1856), in Meseritz 1834/35 ein Goldarbeiter (Veizeichn. S. 53. ff.), in Ostrowo ein Goldarbeiter S lff.), in Rogasen ein Goldschmied (S. 57 f.), in Schwersenz ein Kunstweber (S. 76 ff.), und in Unruhstadt-Karge ein Silberepinner (S. 15 ff., vgl. Heppner- Herzberg, Aus Vergangenheit und Gegenwart der Juden in den Pos. Landen S. 515). Seite 118 K'CT'TO aus Rzeszow in Galizien. Seite 129: rrrhN?2, polnisch marona, edle Kastanie, ymbN"1, polnisch jalowiec, Wacholder. Verfasser citirt (auf Seite 131) R. Heschel, der bis 1655 Rabbiner in Krakau war, und Isaak aus Rzeszow (Seite 118), stand also polnischen Verhältnissen nahe, wenn er nicht gar selbst ein Pole war. 1908 S. 40 die Kempener Musikanten werden bereits zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts erwähnt. Damals waren unter acht Musikern sechs Juden (Pietsch a. a. 0.). 1834/35 war ein Musiker unter den naturalisierten Gemeindemitgliedern (Verzeichnis a. a. 0. S. 78 ff.). Um 1864 betrug ihre Anzahl 26 (Mündliche Mitteilung eines ihrer Mitglieder). Von der musikalischen Begabung der ehemaligen Kempener berichten zwei Sagen. Die eine erzählt, daß dort früher jedem Neugeborenen eine Fiedel in die Wiege gelegt wurde, eine andere, daß in Kempen selbst die Ständer in der Synagoge mitsingen (Mündl. Mitteilung), und von ihrer Musikfreudigkeit ein Reisebrief aus dem Jahre 1797 (Histor. Monatsblätter für die Provinz Posen I 120). Von den Kempener Musikanten kursiert auch folgende drollige Erzählung. Sie traten einmal vor Napoleon III. in türkischen Kostümen und bewaffnet auf. Ihr Führer glaubte den Kaiser mit folgenden Worten beruhigen zu sollen: „Fürchten Sie sich nicht, Majestät! Wir sind ja keine wirklichen Türken — wir sind ja nur Kempener Musikanten" (Berliner Morgen-Zeitung 18. Jahrg. Nr. 35 S. 1). Vgl. Mitteilungen 1908 S. 155. Von einer anderen Ehre, die ihnen widerfuhr, zeugt noch folgende eigenhändige Beurkundung, die im Besitze eines derselben ist: „Pleß, den 13. Decbr. 1873. Dem Musikus Hirsch Braun in Kempen bezeuge ich hiermit auf sein Ansuchen, daß derselbe mit seinen Kollegen Aron Singer, Moses Aaron, u. Samuel Friedländer — am 17. Novbr. d. J. bey Anwesenheit Seiner Kaiserlichen Königlichen Hoheit des Kronprinzen des deutschen Reichs u. von Preußen — u. unsrer Gäste, in meinem Jagdhause Promnitz musiciert hat." — Fürst Pleß. Bekannt waren auch die Schwersenzer Musikanten, von denen drei 1834/35 sich naturalisieren ließen (Verzeichnis S. 76 ff.). In Fraustadt werden zur selben Zeit unter den naturalisierten Gemeindemitgliedern zwei Kürschner und Musici genannt (das. S. 33ff.). Auch in dem zu Anfang erwähnten Opatow werden in genannter Zeit jüdische Musikanten namhaft gemacht (bfc^ttF "latlN a. a. 0.). Lang-welm-rachum. Ein Kartenspiel. Dieses Spiel, das für zwei Partner bestimmt ist und das seinen Namen wohl davon trägt, daß es die Geduld der Spieler gewöhnlich auf die Probe stellt. Die 32 Karten werden an 2 Spieler verteilt; der eine beginnt die oberste Karte seines umgekehrt, also verdeckt gehaltenen Kartenpaketes aufzuschlagen, der andere folgt nach, usw. Jedes Rot ist Adout und nimmt alle aufliegenden Karten nachhause, die dann zu allerunterst untergebracht werden müssen. Das höhere Rot sticht, wenn sie zusammenkommen, das niedrige, 7 jedoch sticht die Ass und die allerhöchste Karte ist Eichel-Ober. Kommt nun aber eine Rot oder ein Eichel-Ober auf eine unmittelbar vorher ausgespielte gleichwertige Karte natürlich anderer Farbe zu liegen, so „pickt

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