Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 12 (1909)
- Issue
- 4 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 125 — stets sein Schwiegersohn E. David Tebele, der zu einem solchen Amte durchaus befähigt sei, gehören. Die Veröffentlichung seiner handschriftlich hinterlassenen Werke, an denen er viele Jahrzehnte mit dem hingehendsten Fleiße gearbeitet, lag ihm sehr am Herzen und er macht es besonders seinen Söhnen und Schwiegersöhnen zur ernstesten Pflicht, für die Drucklegung dieser Schriften Sorge zu tragen. Denn der Gedanke, sich einer so unendlichen Mühe ganz vergeblich, ohne entsprechenden Nutzen für die Förderung des Gesetzesstudiums, unterzogen zu haben, war ihm äußerst schmerzlich. Zur Drucklegung ist es trotzdem nicht gekommen, wiewohl die Annahme gewiß berechtigt ist, daß seine Angehörigen alle Anstrengungen gemacht haben werden, den heißen Wunsch ihres Vaters zu erfüllen. Posen. Dr. J. Landsberger. Juden im Bergbau und Hüttenbetrieb. Von L. Lewin, Kempen. K. Meir Eisenstadt berichtet aus der Zeit, als er nach Szydlowiec (OSO von Petrikau) als Eabbiner kam (um 1680), daß er dort jüdische Pächter der Grundherrschaft („Argda Kozniez") angetroffen habe, „die die Konzession hatten, Bergbau zu treiben und nach eisenhaltiger Erde zu graben. Tag und Nacht brannten ihre Arbeiter und läuterten die Erde im Feuer und verfertigten Eisen und Glas." (Responsen Panim Meiroth, Teil I, Amsterdam 1715, Nr. 38). „Zachnachi (Moses), ein gelehrter Jude und Mineralog des 15. Jahrhunderts. Er wurde zum Aufseher der Erzgruben in Böhmen gemacht, wo er seinen Geschäften unermüdet vorstand. Er schrieb einen Traktat über die Mineralogie, worin er die verschiedenen Gegenstände in bestimmte Klassen teilte, welches großen Beifall erhielt. Seine Werke wurden zu Prag 1469 (?) herausgegeben" (M. P. Yung, Alphabetische Liste aller gelehrten Juden und Jüdinnen, . . . und berühmten Rabbinen, Leipzig 1817, S. 436 f.) Zu den „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde". Von L. Lewin, Kempen. 1907 S. 107 und 111: Von Goldschmieden in Opatow in Kleinpolen berichtet aus der Zeit von 1666 bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das dortige Gemeindebuch (büWi ^äMS, II, New-York 1908, S. 165). Samuel Goldmann (vgl. Mitteilungen 1905 S. 42), der Mitarbeiter an den schönen Holzschnitzereien der Kempener Synagoge, ist in der zweiten der dort angebrachten Inschriften genannt. Sie lauten: bz"2 '-p^f^ 'ti ""lotl b? nö^bn tV~ p'rra wb nam ain ns^rn nrm ->::m ^bm bs ^rvb "ttss trbtfiD t:n:a b"T Vhist "o rri'2z H2V 'pn p"sb rrpn nraa [Goldbaum] rrcbo T'm VnttT 'pr? nbn p'ns 'z&izzl piorb itdvc 'n mza rmn .[Petrikau] 21ptal^3"l2^: ÜH272 l'TTS p ^",^il2 ^inn 'pr? und 1834/35 wird gleichfalls unter den naturalisierten Juden, die ein beschränktes Staatsbürgerrecht erhielten, in Bromberg ein Bildhauer sowie ein Petschirstecher genannt (Verzeichnis sämtl. natural. Israeliten im Großherz, Posen, Bromberg 1836, S. 105 f.), in Chodziesen (heute Colmar i. P.) ein Graveur (S. 119 ff.), in Jarotschin ein Goldarbeiter (S. 62), in Grätz ein Goldarbeiter (S. 19 ff.), in Kempen ein Gold- und Silberarbeiter (S. 78 ff.; auch am Ende des achtzehnten Jahrhunderts werden hier zwei Goldschmiede und ein Petschirstecher erwähnt; vgl. Pietsch, Beitr. z. Gesch. der Stadt Kempen in Pos. I,