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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1909-01-01 · 2 (1909) · p. Seite 51

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
12 (1909)
Issue
2 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 51 (sequence 19)
Language
German
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— 51 — Stadt so sehr, daß man über den Künstler den Juden vergaß. Bei einem großen in der Stadt dem Schah zu Ehren veranstalteten Feste war auch Jekutiel als Tänzer zugegen; durch die Anwesenheit des Herrschers zu den außerordentlichsten Produktionen seiner Kunst angefeuert, hatte der Jüngling die Kühnheit, bei einem verwegenen Sprunge die Hand des Monarchen zu küssen, und wurde von demselben, der das Talent des jungen Mannes bewunderte und seine Kühnheit gütig aufnahm, bewogen, ihm an seinen Hof zu folgen, obgleich der Vater Jekutiels sich alle Mühe gab, ihn durch Vorstellungen und Bitten zurückzuhalten. Der Jüngling wuchs unter den Augen seines Gönners, des Monarchen, heran und bewies durch seine Anhänglichkeit, seine Treue und seinen Eifer, daß er der ihm zuteil gewordenen Gnade würdig sei. Doch vergaß er auch am Hofe, von Schmeichelei und Verführung umgeben, niemals seine Eltern und seine niedrige Herkunft, und blieb lange dem Glauben seiner Väter treu. Sein Jugendgefährte, der Sohn des Schah, dessen Vergnügungen er teilte, nötigte ihn eines Tages beim Gastmahl zum Genuß des verbotenen Fleisches. Von dieser Zeit an leistete der Günstling den Bitten des Prinzen nur wenig Widerstand und trat bald zum Islam über. Einige Zeit nachher brach in Mesched eine Empörung aus, zu deren Dämpfung der Schah selbst mit einem Heere auszog. In seiner Begleitung war auch sein junger Freund und Diener Jekutiel, der nach seinem Übertritt zum Islam den Namen Ismael angenommen hatte. Die Stadt Mesched wurde belagert, doch verteidigten sich die Aufrührer hartnäckig und schlugen bei einem Ausfalle das Heer der Belagerer in die Flucht. Bei dieser allgemeinen Flucht war auch der Schah selbst von seinen Truppen verlassen, vereinzelt und ohne alle Bedeckung; nur sein treuer Ismael hatte ihn nicht verlassen, und beide verdankten der Schnellgkeit ihrer Rosse ihre Rettung. Als der Schah sich einmal umblickte bemerkte er den treuen Diener, der ihm folgte, und rief ihm zu: „Rette Dich, so gut Du vermagst, und überlaß mich meinem Schicksale." — Ismael aber antwortete: „Ich verlasse Dich nicht, o Herr, ich will mich mit Dir retten oder untergehen." So gelangten die beiden Flüchtlinge in einen Wald, wo sie sechs Tage umherirrten. Der Schah glaubte, sie müßten vor Hunger umkommen, Ismael aber teilte mit ihm seinen Überrest von Zwieback und Getränk. Als diese geringen Vorräte verzehrt waren, schwang sich der edle Jüngling auf sein Eoß und ritt davon, um Lebensmittel zu suchen. Er traf auf der Straße, welche er eingeschlagen hatte, nach langem Suchen einen Perser und erhielt von diesem Brod, mit welchem er sofort zurücksprengte. Als er jedoch wieder zu dem Orte kam, wo er den Schah verlassen hatte, tugiesengräber 143, über Meyer, Tanzmeister am kgl. Kadettenkorps in Berlin : Davidson, Über d. bürg. Verbesserung der Juden 1798. Über jüd. Athleten s. Jew. Enc...8. v. Aaron, Belaseo, Bandoff, Bittoon, Carvailo, Elias, Evans, Mendoza. Uber die beiden Weltmeister im Säbelfechten und Ringkampf, die Ungarn Fuchs und Weiß s. Ost und West, 1908, S. 748.] 4*

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