Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1909-01-01 · 1 (1909) · p. Seite 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
12 (1909)
Issue
1 (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 30 (sequence 33)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2638044-2638058-2638059--0736-2638748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 30 — Bücherschau. Hermann Schneider, Kultur und Denken der alten Ägypter. (Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Erster Band.) 8°. XXXVI und 567 S. Leipzig, R. Voigtländers Verlag, 1907. Der Verfasser hat sich als Lebenswerk die Aufgabe gestellt, eine Entwicklungsgeschichte der Menschheit zu schreiben, die dartun soll, daß der Mensch auf geistigem und kulturellem Gebiet denselben Entwicklungsgang wiederholt, wie auf dem physischen. Es ist die Nutzanwendung der Darwinschen Theorie auf die von derselben noch fast unberührt gebliebenen Geschichtsphilosophie. Der Bildungsgang des Verfassers, der Dr. phil. und Dr. med zugleich ist, erklärt vielleicht diese vielversprechende Behandlungsweise der Geschichte. Es kann hier nicht meine Aufgabe sein, das Buch einer allseitigen Kritik zu unterziehen, ich maß mich damit begnügen, darauf hinzuweisen, daß es eine Menge geistvoller und schöpferischer Gedanken enthält. Leider ist aber die Lektüre des Buches nicht leicht, da es eine gründliche Kenntnis der ägyptischen Geschichte und Religion voraussetzt. Für die folgenden Bände wäre ein kurzer Abriß dieser Disziplinen sehr von Nutzen, da erst ein solcher das Werk auch für weniger Eingeweihte genießbar machen könnte. Das Hauptresultat, zu dem der Verfasser kommt, ist, daß die Kultur der Ägypter sich durch die starke Entwickelung der Anschauung auszeichnet bei geringer Fähigkeit, in Begriffen, abstrakt und systematisch zu denken. Besonders interessant sind die Ansichten des Verfassers über die Beeinflussung des Christentums durch die ägyptische Religion. Seiner Meinung nach ist Osiris das Vorbild des leidenden und sterbenden Gottmenschen und überhaupt nahm das Christentum in Ägypten den Körper an, der es zur Weltreligion machen sollte. S. Weißenberg. Band Randoll-Maciver, Mediaeval Rhodesia. 4°. XV und 106 S. Mit 37 Tafeln. London, Macmillan & Co., 1906. 21 Sh. Im heutigen Rhodesia sind alte Ruinen zerstreut, die zuerst von Mauch im Jahre 1870 entdeckt und dann von Bent gründlich untersucht wurden. Beide sowie auch viele andere Forscher nach ihnen waren der Meinung, daß man es hier mit dem Ophirlande des Königs Salomo zu tun habe. Dafür sollen die Formen der Bauten und die darin gefundenen Gegenstände, die mit den vorderasiatischen übereinstimmen, sprechen. Diese festeingewurzelte Meinung sucht Randoll-Maciver zu zerstören. Er hat die betreffenden Ruinen Während mehrerer Monate erforscht und ist zu folgenden Resultaten gekommen: 1. Die Ruinen von Rhodesia stammen aus dem Mittelalter, da in ihnen importierte Gegenstände gefunden wurden, deren Alter sich leicht bestimmen läßt und deren Fundergebnisse für gleiches Alter mit den Ruinen sprechen. 2. Die Ruinen tragen einen unverkennbaren afrikanischen Charakter. 3. Die gefundenen Geräte sind, falls nicht importiert, echt afrikanisch. Sind auch diese Schlüsse auf Widerspruch gestoßen, so wird doch das Buch in der Frage der Simbabyekultur ein grundlegendes bleiben. Die vielen guten Abbildungen machen es besonders und für alle Zeiten wertvoll. S. Weißenberg. Zehn Jahre Zionismus. Flugschrift, herausgegeben vom Zionistischen Zentralbureau, Köln. 1907. 40 Pfg. 8°. Diese in klarem Stil verfaßte Flugschrift gibt in gedrängter Form Aufschluß über alle den Zionismus betreffenden Fragen und kann zur Aufklärung für alle der Bewegung Fernstehenden bestens empfohlen werden, wobei ihr als besonderes Verdienst anzurechnen ist, daß sie die Verhältnisse ohne jede Uberhebung schildert. Dr. S. Weißenberg. Ch. Müntz. Wir Juden. Oesterheld & Co., Berlin, 1907. 124 S. 8°. M. 2.50. Die Pflicht des Referenten zwingt mich auch über dieses Buch Rechenschaft abzulegen. Sein Erscheinen wurde seinerzeit in den jüdischen Zeit-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.