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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 4 (1907) · p. Seite 108

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
4 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 108 (sequence 14)
Language
German
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— 108 — auch bei deren Abkömmlingen der Fall war, und wie z. B. sein Enkel Leopold Politzer heute noch in Szegedin 6 o 1 d a r b e i t e r und Juwelier ist. Dass in Szegedin dieses Gewerbe öfters von Juden betrieben wurde, dafür spricht auch der Umstand, dass dort der Familienname Goldarbeiter vorkommt. Es gab in Szeg. lange Zeit keine Goldarbeiterzunft, und hierdurch war es den Juden ermöglicht, dieses Gewerbe frei auszuüben. Infolgedessen belief sich in Szegedin die Anzahl der jüdischen Goldarbeiter: 1846 auf 10, 1853 auf 13, 1857 auf 12 und 1884 auf 19. (Low es Kulinyi, A szegedi zsidök S. 97, 103 u. 109. Gef. Mitteil, des Herrn Dr. Imanuel Low.) Nachdem im ersten Nachtrag das Vorkommen jüdischer Goldschmiede in Venedig gemeldet worden, können jetzt hier auch die Namen wenigstens einiger genannt werden. Im Jahre 1721 wird als Mitglied der dortigen Brüderschaft „Eodefe mizvot" A b r a m b. M o i s e Z o r e f genannt. Dass hier Zoref nicht etwa als Familienname angesehen werden darf, sondern Standesbezeichnung ist, geht aus dem Umstand deutlieh hervor, dass die Statuten dieser Brüderschaft ihn als Abram b. Moise Orefice in der Mitgliederliste aufführt. Ein weiterer Goldschmid Salomon Vita Orefice war im Jahre 1805 einer der drei Vorsteher der Brüderschaft CTDny B"nb>Di). Ebenso dürfen wir auch in Abram diSoref, der 1771 in der Mitglieder-listedes Vereins ü^nx miy aufgeführt ist, einen Goldschmied sehen2). Im ersten Artikel wird der gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Italien arbeitende Goldschmied Ercole dei Fedeli genannt. Mit ihm gleichzeitig hat es in Italien mehrere jüdische Goldschmiede gegeben. Es findet sich auch unter den letzten Juden, die in Sizilien kurz vor der Vertreibung, zufällig mit Namen genannt werden, ein solcher: Busacca, nach seinem Gewerbe auch Zoref genannt, der seit 1486 in Calatabülotta, seit 1491 aber in Palermo lebte. (Zunz, Zur Gesch. u. Literatur. S. 522.) Ferner macht uns die „Wiener Zeitung" vom 19. Nov. 1838 mit einem solchen aus spätererZeit bekannt, indem sieschreibt: Herr Jakob Mendel hat aus Anlass der kaiserlichen Krönung Sr. Majestät des Kaisers in der lombardischen Hauptstadt zwei Tableaux verfertigt und dieselben bei seiner Durchreise durch Wien im Nov. 1838 daselbst öffentlich zur Besichtigung ausgestellt. Beide Tableaux, in einer Höhe von 21/2 Wiener Ellen und einer Breite von l Elle, sind durchaus von den schönsten und reinsten Brillanten, kostbarsten Edelsteinen und den seltensten Perlen gebildet. Die Höhe der Namenszüge beider k. k. Majestäten, ganz aus feurigen Brillanten *) Regole della Fraterna vestir poveri di Vinezia. 1804. 2) Regolazione del sovegno rmy sive ajutar fratelli. 1771.

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