Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 4 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 106 — 3 Gesellen, 2 Juweliere, 2 Goldsticker und 1 Petschierstecher. (Lewin, Juden in Lissa 12. 13 u. 26). In den Eatsbüchern der Stadt Nürnberg 1401 — 1499 findet sich unter dem 17. Mai 1490 folgende Eintragung: „Item den Juden allen ist abgelaynt und sol inen verbotten sein, das sie hinfuro nicht mer gold, sylber oder turnt scheiden sollen, und welche Juden sich des wuchers abtun und den meyden wollen, den sol erlaubt sein, hantwerck zu lernen und zu üben, und Mosse von Schaffhausen sunen1), die ettlich zeitt uf dem goldsmidhantwerck gelernet haben, ist vergöndt, noch ein viertail jars daruff zu lernen, doch also das sie das, so. sie in mittler zeitt machen, hie nicht verkauften sollen: Hans Tucher, Niclaus Gross der jung. Actum feria secunda rogacionum anno etc. Von algerischen jüdischen Goldschmieden war schon mehrfach die Rede. Es sei noch hinzu gefügt, was der Grossrabbiner von Constantine A. Cahen 1866 in denArch. isr. von den gewaltsam zum Islam bekehrten Juden von Tuggurt (Mehadjeriu Die Wohlbelohnten) zu berichten weiss. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts pflegten die dortigen Juden dem Beherrscher der Oase und des umliegenden Landes, Ben- Djellah, an seinem Geburtstag jedes Jahr reiche Geschenke zu überreichen. „Diese bestanden fast immer in einigen Kleinodien, denn die damaligen Jaden aus Tuggurt, wie alle heutigen aus Kabylien, -waren Goldschmiede. Vor ungefähr einem Jahrhundert, erzählt man, verfertigten sie einen Dattelbaum, dessen Zweige von Silber und die Früchte von Gold waren,, und am Freitag, als Ben-Djellah aus der Moschee kam, wo man seinen Geburtstag gefeiert hatte, überreichten die Juden ihm das Werk. Entzückt, erstaunt über die Arbeit beschloss er, sie zu belohnen". Nach langer Beratung entschloss sich Ben-Djellah, den Juden als Belohnung zu gestatten, zum Islam überzutreten, geriet aber in grossen Zorn, als die Juden sich dessen weigerten. Er stellte sie vor die Wahl sich entweder zu bekehren oder das Land zu verlassen. Viele der Juden versuchten deshalb zu entfliehen, wurden aber verfolgt und grossenteils ergriffen und enthauptet. Alle übrigen, das gleiche Schicksal vor Augen, ergaben sich dem Befehl und nahmen den Islam an. (Jüd. Volksblatt 1866 No. 8.) Einen Beweis dafür, dass es im Mittelalter in Spanien jüdische Goldschmiede in grosser Anzahl gegeben hat, können wir auch in dem Umstand sehen, dass in der Juderia in Saragossa, deren Strassen meistens den Namen nach den in ihnen hauptsächlich betriebenen Gewerben führten, sich u. a. auch eine Plateria (Goldschmiedegasse) befand.!) Mair und Ysaac. (Stern, die israel. Bevölkerung der deutschen Städte. III. Nürnberg im Mittelalter. S. 309).