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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 3 (1907) · p. Seite 94

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
3 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 94 (sequence 32)
Language
German
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Zeitschriftenschau. Magyar Zsidö Szemle. Jan. 1907. — Dr. M. Richtniann teilt 2 Briefe aus der Zeit Frauz Käköczi's (17U3) mit. Diese Briefe verfasste Samuel Bürgel, der damals als Vertreter der Firma Samuel Oppenheimer zu Frankfurt a. M. nach Buda (Ofen) kam. — Ongebrincslter Narr — Smakk. Der Ausdruck: Schmock ist gleichbedeutend mit: Schmöcker (ein Buch, von Tabakrauch geschwärzt). Die Benennung: Ongebrincslter Narr rauchig, angebrannt, ranziger Tor, ist bereits älteren Datums und dürfte aus Jesajas VII, 4. stammen. — E. Vadäsz erklärt die Bedeutung der Liebesgabensammlung am Freitagabendgottesdienste in der Synagoge zu, Metz. Aus dem ungar. Landesarehiv (von Dr. A. Büchler): 1) Gesuch Moses Josefs, der bei der Erstürmung Ofens in Gefangenschaft geraten, an die kgl. Kammer zu Pressburg. 2j 1689, den 10. Dez., Wien. Kaiser Leopold gestattet, dass die Juden Veith Hirschl und Jakob Natel in Buda wohnen dürfen. 3) 1712. Buda. Das Gesuch der Budaer Juden an König Karl III. Schlosz. Hessische Blätter für Volkskunde, herausgegeben im Auftrage der hessischen Vereinigung für Volkskunde. 4. Band. Leipzig 1905. Aus dem Inhalt dieser von dem der Wissenschaft allzufrüh entrissenen Prof. Adolf Strack trefflich geleiteten Zeitschrift ist vor allem die Abhandlung: „Heidentum, Katholizismus und Protestantismus in unserer rheinhessischen Landbevölkerung1' von Pfarrer W. Hoffmann in Jugenheim hervorzuheben, in der sich der Verfasser als gründlicher Kenner der Volksseele bewährt. Der rheinhessische Bauer ist, wie der Franke überhaupt, Rationalist. Die biblischen Wunder sind ihm nicht selten Gegenstand des Spottes Gott, Tugend und Unsterblichkeit sind die Grundpfeiler der Frömmigkeit. Wer den Bauern nach Wunsch predigen will, niuss den Prediger Salomonis zu Grunde legen; darum gefallen ihnen die Leichenreden der Rabbiner, die dies mit Vorliebe tun. Bei schweren Erkrankungen wird nicht gern vom Tode gesprochen, weder vom Patienten noch von dessen Umgebung, darum sieht man auch den Pfarrer in solchen Fällen nicht gern. Streng verpönt ist alles, was an den Katholizismus erinnert, Kreuz, Knieen, Kirchenschmuck usw. Mangelhafter Kirchenbesuch nimmt den biblischen Gedanken, dass Gott nicht in menschlichen Tempeln wohne, wenigstens zum Vorwand. An reformierte Eigenart erinnert, dass man in Wolfsheim - noch vor 14 Jahren beim Gebete das Haupt bedeckte. Das Verhalten des Menschen zu Gott und Gottes zu den Menschen wird durchweg unter dem Gesichtspunkt von Leistung und Gegenleistung betrachtet, ebenso das der Menschen untereinander: „Es soll alles nach dem Rechten zugehen'4, d. h. nach Gerechtigkeit. Das ist die Norm, die allein im öffentlichen und privaten Leben Geltung haben soll. Der Verfasser fragt, wie der aittestamentliche Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn!4' im Gegensatz zum Evangelium von der Gnade Gottes und der Liebe zu den Brüdern eine solche Macht werden konnte, und schreibt dies dem Katholizismus zu, der hier erheblich von alttestamentlichen Anschauungen beeinflusst sei. So urteilt auch der Verfasser der ,,Bäuerlichen Glaubens- und Sittenlehre", ein thüringischer Landpfarrer, von der gleichgearteten Wohltätigkeit des Thüringer Bauers: ,,das Alinoaengeben

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