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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 3 (1907) · p. Seite 93

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
3 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 93 (sequence 31)
Language
German
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— 93 — Eine gründliche Zusammenstellung aller den Gegenstand betreffenden Daten. Für die jüdische Volkskunde von Interesse sind einige, einem Kodex der Frankfurter Stadtbibliothek entnommene, schon von Brüll in seinem IX. Jahrbuch wiedergegebene Erzählungen aus dem Leben mittelalterlicher Kabbinen S. 24 u. s. Interessant ist die Verordnung vor der „Traubenlese* S. 41. G. Josef Patai. Au den Wassern Babylons. (Babylon vizein.) Gedichte aus der alt jüdischen Literatur, Verlag Jokai. Budapest 1906. Preis: 5 Kronen In der ungarischen Literatur haben sich in letzter Zeit mit der Uebertragung und Bearbeitung altjüdischer Poesie drei hervorragende Lyriker einen bedeutenden Namen errungen. Josef Kiss, Redakteur der Zeitschrift „Die Woche" (A Het.) (seine Biographie erschien vor kurzem im „Literarischen Echo," Berlin), ferner der leider zu früh verstorbene Emil Makai, und seit 2—3 Jahren erntet der junge talentvolle Mitarbeiter des 'stark verbreiteten jüdischen Organs „Egyenlösäg": Josef Patai auf diesem Gebiete viele Lorbeeren. Der feinfühlende junge Poet band seine zerstreut erschienenen, stets mit grossem Beifall aufgenommenen Gedichte (Uebertragungen altberühmter jüdischer Dichter und eigene Verse) zu einem prächtigen Strausse und liess sie jetzt in einem ansehnlichen Bande, geschmückt mit künsterischen Illustrationen unter dem Titel: „An den Wassern Babylons*' erscheinen. Ein reizendes Buch in vornehmster, modern künstlerischer Ausstattung, von dem zu wünschen ist, dass es in keinem jüdischen Hause fehlen möge. Die Ueb ertragungen zeigen, dass sie von einem Meister der Uebersetzungskunst herrühren, sie wecken in unserem Herzen Empfindungen eigener Art und lassen in uns Töne erklingen, die wir an keinem Orte zuvor vernommen zu haben glauben, die uns im ersten Momente wohl überraschen, uns aber bald um so vertrauter erscheinen. Schlosz. vAllgemeine Geschichte der Juden" nach Dr. H. Graetz, ungarisch bearbeitet von Max Szabolcsi, Redakteur des „Egyenlösäg" (Ung. jüdische Wochenschrift). Verlag Phönix, Budapest. Subskript. 96 Kr. Bd. 1. In diesem Werke soll der Geschichte der Juden in Ungarn besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, deren Bearbeitung unter Mitwirkung bewährter Gelehrter der Budapester Oberrabbiner Dr. Samuel Kohn übernommen hat. Der Herausgeber sagt im Vorwort: „Eine Geschichte wollen wir den ungarischen Glaubensgenossen überreichen, die nicht allein für die gelehrte Welt, — sondern für jeden intelligenten Menschen als Lektüre geeignet sei; — darum wählten wir Graetz's „Geschichte der Juden." — Eine Geschichte wollen wir geben, welche die Seele des Lesers mit inniger Liebe und Treue, mit Hingebung und Begeisterung zu erfüllen fähig sei; — deshalb fiel unsere Wahl auf die Geschichte Graetz's. — Eine Geschichte wollen wir übermitteln, die in leichter, anziehender, doch meisterhafter Vortragsweise, — in geläuterter, aber ungekünstelter schöner Sprache, — nicht nur lehren, sondern auch erziehen und unterhalten soll, — darum griffen wir nach der Graetz'schen Geschichte. — Eine Geschichte wollen wir darbieten, derer Gleichen nirgends zu finden ist, sobald auch nicht sein wird, denn wie viele Jahrhunderte musste Israel warten, bis Graetz das Licht der Welt erblickte? — darum entschieden wir uns für Graetz's Geschichte .... Wir hegen die schönsten Hoffnungen für dieses grosse Werk. Wir hofien, dass es, in welche Schichten der Gesellchaft es auch gelangen sollte, die Gleichgültigkeit verbannen, statt ihrer edle Begeisterung einimpfen, — Dunkel mit Licht und Wärme vertauschen, — und Liebe samt beglückender Ueberzeugung einpflanzen werde . . Im I. Bande wird die grössere Hälfte, der biblischen Geschichte geboten. In einem Anhang behandelt L. Venetianer die moderne Bibelkritik und die Bibel-Babel-Frage. Das glänzende Unternehmen verdient die höchste Anerkennung. Schlosz.

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