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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 3 (1907) · p. Seite 92

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
3 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 92 (sequence 30)
Language
German
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— 92 — Juden (p. 120ff.) und der Versuch, seinen Quellen nachzuspüren, wobei allerdings mauches aus dem religiösen Ritual mit unterläuft. Wünsche, A.9 Die Schönheit der Bibel. 1. ßd. Die Schönheit des Alten Testaments. Leipzig, Ed. Pfeiffer 1906. Mk. 8 brock, 9,50 Lein., 10 Hlbfrz. Eine Entdeckung der Bibel für Unzählige. Zu einer solchen Leistung, der ästhetischen Würdigung der althebräischen Urkunden, gehören feinhöriges Nachempfinden der Sprache des Originals, kongeniales Erfassen des Volkscharakters auf dem Untergrunde vergleichend ethnologischer Betrachtung, erschöpfende Vertrautheit mit den Ergebnissen der Bibelkritik, umfassende Kenntnis der Schrifttümer des Orients wie des Okzidents, vor allem natürlich der altjüdischen Geschichte und Literatur, eindringende ästhetische Durchbildung, ein wenig poetische Veranlagung und noch manches andere, was wir kaum noch zum zweiten Male so harmonisch vereint finden dürften, wie in dem verdienstvollen Autor der „Bibliotheca rabbinica." Schon als Student hat W., von Herder angeregt, den Plan zu dieser Meisterleistung gefasst. Was er in der Zwischenzeit geschaffen, fügt sich als Studien und Vorarbeiten in diesen Rahmen. Von ganz besonderem Wert sind die Anführung von Aussprüchen führender Geister über das Buch der Bücher, sowie die Hinweise auf den Einfluss der Bibel auf Musik und bildende Künstler. Ohne Zweifel wird gerade W.'s Buch in dieser Richtung neue fruchtbare Anregung geben. Was aber vor allem zu wünschen ist und auch dem Verf. als Hauptziel vor Augen schwebte, ist die Wiedereroberung der Stellung, die einst die Bibel als Volksbuch eingenommen, die Gewinnung vor allem der ,.Gebildeten unter ihren Verächtern." Für die Kenntnis der hebräischen, z. Tl. auch der späteren jüdischen Volkskunde von Bedeutung sind die Erörterungen über die Sprichwörter und Gleichnisreden, über die Volkslieder, z. B. das Hohelied als Sammlung von Hochzeitsliedern S. 54, 97, die Volksbräuche S. 128, 217 u. s. (Die Konjektur S. 2141 scheint uns mit Rücksicht auf Gen. 49, 6 nicht notwendig. Tarsis (280) sind wir geneigt, mit Hüsing in Elam zu suchen.) Vortrefflich sind die übersetzten Proben. Um so schwerer wiegt S. 381 das Lob, das den „Gedichten der Bibel4' von Klausner gespendet wird. G. Wünsche, A.. Die Bildersprache des Alten Testaments. Leipzig, Ed. Pfeiffer, 1906. Mk. 4.-. Eine willkommene Ergänzung des obigen Werkes, das die materiale Schönheit des Alt. Test.'s würdigt, während hier die formale behandelt wird. Der Leser wird erstaunen, welche Fülle von religiös-sittlichen Gedanken und Ideen durch die Naturbildersprache im Alt. Test, ihre Veranschaulichung findet. Besonders belehrend sind die Gedanken über Bild und Vergleichung im Allgemeinen S. 15 u. s. G. Moses, M.? Polen und Juden, (hebr.) Sep.-Abdr. Podgorze 1905. Eine Skizze der wechselvollen, meist unglücklichen Geschicke der Juden in Polen. Morgen! ändische Bücherei. Leipzig, Th. Grieben's Verlag, 1906. I. Olcott-Bischoff, Der Buddhistische Katechismus. 36. Ausgabe. br. M. *2, geb. 2,60. — Schon die Zahl der Auflagen spricht für die Vortrefflichkeit des Büchleins Die Illustrationen sind selbst bei diesem rein dogmatischen Stoffe sehr willkommen. V. Bise hoff E., Im Reiche der Gnosis. br. M. 2,40 geb 3,—. Durch eines der dunkelsten und verworrensten Gebiete der Gedankenwelt des Orients führt uns des Verf.'s kundige Hand in knappen, sicheren, lichtvollen Zügen. Prächtig ist die Abfertigung gewisser moderner „Dogmendogmatiker" S. 129. Wie in allen seinen Arbeiten setzt B.'s Scharfsinn sowie seine stupende Belesenheit in Erstaunen. Wer sich dem Studium der theosophisch-mystischen Literatur der Juden widmen will, wird das Buch nicht entbehren können. H. Bamberger, Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirkes Würz bürg. Herausg. von Rabb. S. Bamberger. Wandsbek 1905. (Selbstverlag) Mk. 2.50.

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