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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 3 (1907) · p. Seite 79

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
3 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 79 (sequence 17)
Language
German
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— 79 — Australiens und Afrikas nicht zum zweitenmal wieder zehn Stämme verlieren! Wenn schon in Europa der nationale Sinn der Juden so reduziert ist, dass eine Weltausstellung nichts Jüdisches bietet, so kann diese Reduktion irgendwo in Australien leicht bei Null anlangen. Verzeihung! Ich hätte beinahe zu erwähnen vergessen, dass ich noch in Lüttich etwas Altväterliches fand, und zwar waren es anmutige aber nach einer Schablone gearbeitete Chanukkahlämpchen auf der holländischen Abteilung. Zieht man dabei die vielen jüdischen Namen, die dem Besucher auf Schritt und Tritt begegneten, in Betracht, so tut es einem wirklich herzlich leid, dass diese Juden so wenig jüdisch gesonnen waren, dass sie nicht mal ein jüdisches Thema wählen wollten. Und Avas ist der Lohn für diese Unterwürfigkeit und. Nachäffung? Europa pflückt die Rosen, die unser Schweiss erzogen, und uns bleiben die Dornen. Es fällt mir dabei eine Episode aus meiner Lernzeit ein. Bei Erklärung irgend einer Operation sagte der teutonophyle Herr Professor wörtlich: „Diese Operation ist ein Produkt echt deutschen Schweisses" und donnerte dabei zu meiner Ueberraschung einen nicht nur echt deutschen Namen heraus, sondern einen solchen, über den deutscherseits, besonders in letzter Zeit, viel geschmäht wurde. Es handelte sich um den seinerzeit berühmten Chirurgen Heine, den Bruder des trotz aller Angriffe noch immer berühmten Lyrikers Heine. Der Herr Professor vergass selbstverständlich hinzuzufügen, dass dieser echt deutsche Schweiss nicht minder echten jüdischen Schweissdrüsen entströmt war. Wir wollen aber hoffen, dass in Zukunft die Juden sich ihres Schweisses nicht mehr schämen werden und dass die nächste Weltausstellung auch eine jüdische Abteilung aufweisen wird. Von Lüttich führte mich mein Reiseplan nach Düsseldorf, wohin mich die Sehnsucht trieb, den Mann kennen zu lernen, der in den letzten Jahren so viel dazu beigetragen hat, dem Gedanken, jüdische Kunstdenkmäler zu erforschen, feste Basis zu verleihen. Es ist Heinrich Frauberger, Direktor des Gewerbemuseums, seltsamer- und beschämender Weise ein Christ. Er kam ganz zufällig auf diese Idee, deren Geburt er folgendermassen schildert: „Gegen Ende des Jahres 1895 wurde ich ersucht, bei der Beschaffung eines Entwurfes zu einem Umfassungsgitter1) für ein jüdisches 2) Bereits aus dem Jahre 1895 stammt ein Fragebogen der Hamb. Gesellschaft, von dem wir hier ein Bruchstüek wiedergeben. Italienisch: A1F Egregio Sig. Segretario della Comunitä Israelitica a....... Ii sottoscritto, facendo degli studj sulF arehitettura clei tempj israelitici, si permette di pregare la S. V. a favorirgli in prestito delle fotografie della sinagoga di codesta cittä oppure. se questo non fosse possibile, a voler rispondere alle segnenti domande: 1) II tempio (opp. i tempj) di codesta Comunitä israelitica e costruito o no secondo uno stile determinato ossia secondo un certo modello o principio? 2) Yi sono decorazioni architettoniche oppure ornamentali? 3) Quando e stato fabbricato il tempio israelitico (o i tempj) oppure quando la sua arehitettura ha subito cambiamenti? Ringraziandola antieipatamente mi dico Dmo

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