Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 3 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 77 — 1905. 690. Jad, silber-vergoldet mit Achatstiel. XVII. Jhdt. Die Hand, die den Aufzeigestab mit Daumen und Zeigefinger hält, ist durch ein dreikugeliges Ansatzstück und einen S-förmigen Rankenschnörkel mit dem Achatstiel verbunden. Der Knopf hat die Gestalt eines Pinienzapfens. Unterhalb des Pinienzapfens ist um den Knopf eine Zwinge gelegt mit Doppelöse für eine Schnur. Ganze Länge 14,2 cm. 1905, 576. Schofar aus der Klaus in der Marienstrasse in Hamburg. Mit altem Etui. Der flache, aus dem Horn einer Ziegenart geschnittene Schaft des Schofar verbreitert sich gegen das flache, rechtwinkelig aufwärts gebogene Schallstück. Vor der Biegung des Hornes am Schaft ein ausgearbeiteter ornamentierter Gurtstreifen, unterhalb der im geschwungenen Profil abgeschnittenen Schallöffnung und dem Schaft eingeschnittenes Gurtbezw. Bandornament mit ausgebohrten runden Vertiefungen. An der Vorderseite unterhalb der Schallöffnung eine aus dem Horn geschnittene Oese. — Das alte hölzerne Etui ist innen mit rotem Stoff, aussen mit Leder und mit Stempelpressung verziertem braunem Papier überzogen. Länge des Schaftes bis zum Gurtansatz: 46 cm. Ganze Länge des Horns ohne die Oese 54,5 cm. Das Horn wird gebraucht beim Neujahrs- und Versöhnungs-Fest der Juden. 1905, 684. Silberne jüdische Geburtsmedaille mit angelöteter Oese. Beiderseits hebräische Inschrift: Gesegnet sei das Kind, es soll Gnade haben vor Gott und allen Kindern Israels. 4. des Monats Adar. In einem mit rotem Leder überzogenen Etui. Am Rande des Deckels schmale eingepresste Kante, Dreiblatt abwechselnd mit vierblätteriger Blüte. Durchm. 4,2 cm. Jüdische Museen und Jüdisches in Museen. ßeiseeindrücke. Von Dr. S. Weissenberg, Elisabethgrad.1) Eine Reise nach Basel als Delegierter des VII. Zionistenkongresses gab mir willkommene Gelegenheit, mich überall dort, wohin mich mein Rundreiseschein führte, nach jüdischem Leben und jüdischen Denkmälern umzuschauen. Es war leider nicht viel, was ich in mein Notizbuch aufnehmen konnte, denn erstens suchte das finstere Mittelalter, von religiösem Wahn befangen, alles Jüdische gründlich zu zerstören, während zweitens das neuzeitliche Judentum, von dem^nicht minder gefährlichen Wahn der Assimilation besessen, dem Übriggebliebenen keine Achtung schenkte. Erst die allerneueste Zeit, die von den Führern „jüdische Renaissance" genannt wird, verstand es, die x) Ich erkläre mich mit einigen hier vertretenen Anschauungen nicht einverstanden, glaubte jedoch mit Jßücksicht auf die edle Absicht des Herrn Verfassers sie in den „Mitteil." wiedergeben zu dürfen. Der Herausgeber.