Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 3 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 76 — In den Bing ist ein kleiner Diamant gefasst. An den Kronenknauf ist mittelst S-Hakens eine doppelreihige Kette geschlossen. Auf einer der gedrehten Flächen des Griffes steht in hebräischer Schrift: „Und es war, als Mose seine Hände emporhob, da siegte Israel44. Exodus 17,11, Die punktierten Buchstahen ergeben das Jahr 1767, — Meisterzeichen: J. H. J. Beschauzeichen: Der Schwan mit der Krone um den Hals. — Länge ohne Kette: 0,300 m. Schleswig-Holstein 1767. Kommt aus Grevesmühlen in Mecklenburg, wo es in der jetzt aufgehobenen Synagoge in Gebrauch gewesen ist. 1900,461. Jüdisches Beschneidemesser. Auf den Kultuszweck deutet die dünn geschliffene, zweischneidige, oben abgerundete Klinge. Ohne erkennbare Beziehung ist der Griff in Gestalt einer Kostümfigur der Mitte des 17. Jhdts. Gesicht, Schleifen, Hände und Aermelaufschläge in hellem, undurchsichtigem Bernstein, doch nur der Aufschlag des linken Aermels erhalten. Auf dem Kopfe ein silbervergoldeter, mit Filigran belegter Knopf, der mit einem nur teilweis erhaltenen Fuss über den Kopf der Figur griff. Zu oberst ein grösstenteils erhaltener roter Koralienzweig und abschliessend ein kleiner silbervergoldeter Knopf. Der derb profilierte Klingenansatz vergoldet. Das in der Sammlung Paul genannte Futeral nicht mehr vorhanden. Lg. 17,2 cm. Deutsche Arbeit des 17. Jhdts. 1905, 567. Silberne Jad mit Kette, Kugel mit Ansatz am unteren Ende, Kugel mit Ansatz in der Mitte und die Hand mit Ansatz und Weisestäbchen, das der Daumen und der ausgestreckte Zeigefinger halten, vergoldet. Zwischen Hand und Mittelkugel rundes gedrehtes, zwischen Mittel- und unterer Kugel sechsseitiges schlichtes Stück mit der Inschrift: Hagabaim (!) Talmud Thora (?) ben R. Jizchak Segal — Hagaba Meir ben R. Abraham — R. Hirsch ben Jizchak Kohen zedek — Weschajich lehekdesch ascher nodru wenodwu — R. Hirsch ben R. Leb — Ha—Chewra Kadischa de Talmud Thora Schenath 526 — Sichrono Libracha Poh Kehila Kadischa Die Vorsteher der Talmudthora: Der Sohn des Isak Segal — Vorsteher Meir, Sohn des Abraham — Hirsch, Sohn des Ahroniden Isak. — Es gehört dem Krankenhaus, das der (Nachstehende) gespendet hat. — Hirsch, Sohn des Leb — Der heilige Verein der Talmudthora, Jahr 526. — Sein Andenken sei gesegnet! Die Vorsteher der Gemeinde hier. Das Jahr 526 ist 1766. Auf der Mittelkugel eine zweite Inschrift: Wehagabaim Salomon, Moses, Praesidenten die Vorsteher Salomon, Moses, Praesidenten. Länge 36 cm. 1903, 30. Jüdisches Gebetbuch, Amsterdam....., in silbernem Einband, durchbrochen, getrieben und ziseliert, auf Messingunterlage. Auf den Deckeln reiches Akanthusgerank mit grossen Blumen, in der Mitte ovaler, glatter Schild aufgeheftet. Auf dem Rücken Blüten tragende Akanthusrauke Schliessen gegossen und ziseliert: Blütenranke. Oben sind an die Deckel zwei Oesen gelötet. Auf der Innenseite der Deckel einerseits: 4 Stempel: von 2 Punkten begleiteter Stern, Beil (?), G (nach Angabe des Kunsthändlers Frankel, Utrecht Gouda) und Löwe (?) auf der anderen nur der Stern. Schnitt vergoldet und geprägt. Innen Titelholzschnitt. H. 20,5; Br. 13,2 cm. Gouda?? ca. 1670. Das Gebetbuch selbst ist „5427" (= 1667) bei Joseph Athias, Amsterdam erschienen. (Auskunft des Herrn Dr. Grunwald.)