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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 3 (1907) · p. Seite 67

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
3 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 67 (sequence 5)
Language
German
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- 67 — Der renommierteste jüdische Kapellmeister ist gegenwärtig Elek Vörös, der eine sehr beliebte Kapelle in einem der besten Kaffeehäuser in Budapest dirigiert. Vörös hielt sich vor Jahren lange Zeit im Auslande auf und auf der Pariser Weltausstellung spielte er Tag für Tag in einem ungarischen Hotel. Die übrigen jüdischen Musikanten minderen Ranges sind in Ungarn unter den Zigeunern zerstreut zu finden und mit ihnen wird diese Spezies höchst wahrscheinlich gänzlich aufhören. Die Holzsynagoge zu Eurnik. Von Lehrer S. Goldberg, Kempen i. P. Der verdienstvolle Warschauer Gelehrte Mathias Bersohn hat in zwei in diesen „Mitteilungen" in deutscher Uebersetzung wiedergegebenen Aufsätzen eine ganze Reihe Synagogenbauten in Polen beschrieben. Die Lektüre dieses Werkes, insbesondere der Notizen über die Holzsynagogen in Pohrebyscze und Lutomirsk, hat mich veranlasst, im Folgenden eine Beschreibung auch der Holzsynagoge in Kurnik, einem Städtchen in der Nähe Posens, zu liefern. Die genannte Holzsynagoge ist ein Bauwerk, das, seitdem diejenige in Rawicz vor etwa 17 bis 18 Jahren abgebrochen worden ist, fast die einzige in Deutschland sein dürfte1). Sie ist die stumme Zeugin einer mehr als 150jährigen Vergangenheit und erzählt von einer der grösseren Judengemeinden Preussens, die nach einer mir vorliegenden Statistik vom 7. April 1835 noch 1226 Juden zählte, aber leider durch Wegzug ihres angesehendsten Mitgliedes auf etwa 40 Familien zusammengeschmolzen ist. Die Synagoge wurde, wie dies aus den spärlichen Aufzeichnungen, insbesondere an der östlichen Innenwand festzustellen war, 1767 aus Mitteln der damals mehr als 400 Familien zählenden Gemeinde erbaut2). Wenn es gestattet ist, von dem Baumeister der Synagoge zu Lutomirsk, welche in allen Teilen mit der Synagoge in Kurnik die frappanteste Aehnlichkeit zeigt3), auf den *) Ueber die Holzsynagoge in Czieschowa bei Lublinitz, Oberschlesien, s. Loewenthal, Mitteilungen z. jüd. Volkskunde XVI 100 f. (Dr. Lewin.) 2) Die bisherige, die als zu klein sich erwies, wurde niedergerissen. (nhm* Wl) (Dr- Lewin.) 3) Vergl. die Mitteilungen der Gesellseh. für jüd. Volkskunde VIII S. 167 u. 178. (Dr. Lewinj. 5*

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