Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2638044-2638053-2638055--0423-2638614- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ist auch die gleich darauf folgende Behauptung schwor vereinbar, nichts habe die .Juden zu jener Zeit an der Ausübung des Handels, (lewerbes oder Ackerbaues gehindert M. Oskar Frankl. Der .lüde ir. den deutsc heu Dichtungen des lo . 1(>. und 17. Ja hrhnnderts. M. östrau. K. Papauschek. 1905. 1 44 S. 8°. M. 2. Die Schrift ist, abgesehen von den n. a. in der Monatsschrif f. d. Wies, d. Judentums bemerkten .Mündeln nicht nur ein wertvoller Beitrag zur allgemeinen Literaturgeschichte, sondern bildet auch eine Bereicherung der jüdischen folkloristischen Literatur, obgleich letztere gar nicht in der Absicht der Verfasser lag. wodurch sich der l instand erklärt, dass die folkloristisehen Fragen nur gestreift werden. So rinden wir im Küche Angaben über den ..jüdisch svt\ das .ludeuringlein, den Judenspiess n.' dgl. /erstreut. Manche* Motiv wird bis auf seine Urquell*» verfolgt, so der Jude als »1er Betrogene und der Judeninessias —- ein Miidchen. Auch der Anthropologe geht nicht leer aus. »So schildert Moschercsch den Typus der Juden als „grüngolblich mir einem breiten schwarzen Bart um! langen Habirhs-Nasen". Das Thema wird sehr praktisch und übersichtlich in 4 Unterabteilung* •'. behandelt: l. Diskussion über das Judentum, Judcnfrago. II. Verspottui.g und Schmähung der Juden uml des Judentums. III. Der Jude als Wuchere IV. Der .lüde als Hostieuschänder und Kinder monier. Judenvertreihnng. Die Schrift ist die Doktor-Dissertation des Verfassers und sticht sehr vorteilhaft von dieser Literaturgattung ab. Möge er darin viele Nachahmer linden, dass jüdische Doktonuiden jüdische Themen zur Bearbeitung wählen. Beruh. kuttner. .Indische Sagen und Legenden für jung und alt. Frankfurt a. M., J. Kaufmann. B. 1. 72 S., Ii)»-2. B. 2. 7« S.. 15>o;. B. 7« S., HMJ4. B. 4, 7b' s . 1<*0H. ä M. I. kl S». Im Vorworte -sagt der Verfasser: „Selbst Gebihlete haben keine Kenntnis von dem Vorhandensein eines reichen jüdischen Sagenschatzes, an dem unte re Vorfahren sich erfreuten und erbauten." Uni diesem abzuhelfen, hat er in vier Bändchen einen verhältnismässig nur geringen Teil des jüdischen Sagensehatzes. der im 2. Heft unserer „Mitteilungenbehandelt worden i«t, zusammengestellt und n schlichtem Stil wiedergegeben. Als Quellen dienten ihm hauptsächlich di:> verschiedenen Maassebüeher, wobei seltsamerweise die Urquellen, der Talmud und die Midraschim. gar nicht genannt werden Ausserdem ist am Bliche auszusetzen, dass die Legenden im bunten Dmcheiuandor gebracht werden. Kino chronologische Anordnung des Stoffes wäre al>er aus rem äusseren sowie aus pädagogischeu Rücksichten mehr am Platz« Auch glaube ich. dass kurze biographische sowie geschichtliche Angaben zur Charakteristik der uachbiblischen Heroen wohl von Nutzen wären, denn nicht jeder jüdische Jüngling weiss doch, wer K Chanina ben Dossa oder K Samu» \ Ohassid waren. Diese Fehler liessen sich bei einer nächsten Auflage leicht korrigieren. Im allgemeinen füllt aber das Buch eine empfindliche Lücke in der Literatur aus. Ks ist als tJeschenkbuch für die jüdische Jugend bestens zu empfehlen, wozu auch der gut«« Druck und der schöne Kinband einladen. Die sozialen Verhiihiiis.se der Juden in Russlaml. Auf Urund des amtlichen statistischen Materials bearbeitet vom Bureau für Statistik der Juden zu Berlin-Halensee. Jüdischer Verlag. Berlin - Charlottenburg. r>8 S. S°. M. 2 Dies vortreffliche Büchlein ist ein zuverlässiger Führer in allen die russischen Juden berührenden Fragen. Die Kapitel über Sprache und Elementarbildung werden auch für den Fachethnographen von Interesse sein.