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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 2 (1907) · p. Seite 63

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
2 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 63 (sequence 31)
Language
German
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— 63 — Zeitscbriftenschau. ( asopis Müsen krälovshi (Yskeho. 7i). Jalirtj. Pra" H'h*>. tt.— 4 Heft SO. Jahrg. 1IMM. W. h*o/.ni«'«'k behandelt, — vorwiegend - nach gedruckton deutschen Quellen — in der Fortsetzung seiner Arbeit übei den Königgrätz.er Bisehof Hayek die Leidensgeschichte der böhmischen Sektirer in den Herrschaften Chiumec und Pardubitz, welche die Dogmen von der Dreieinigkeit uiul der Krbsünde verwarfen und deshalb als Isracliicn. Abrnhamiteu oder Dcisten bezeichnet wurden. Kaiser Josef Ii , »Umihnen gegenüber mehr den Despoten als den Aufgeklärten hervorkehrte, wollte sie in den Jahren 1782—8 zwingen, sieh entweder beschneiden zu lassen, oder für eines der anerkannten christlichen Glaubensbekenntnisse zu erklären. Die meisten blieben jedoch standhaft und wurden nach Südungaru verschickt, wo die Taugliehen unter die Soldaten gesteckt, die l ntauglichen zu Klankenwärtor- und ähnlichen Diensten, die «ileinstehenden Frauenspersonen als 1 benstboten untergebracht werden sollten. Nachdem der Kaiser hei seiner Anwesenheit in Ungarn es vergeblieh versueht •satte, durch persönlichen Zuspruc h die Ilalsstai rigen zum Widerruf zu bergen, wurde ein neues l>ehandlung<s\stem versucht: jeder Sektirer sollte, iehdem ihm das alte österreichische Hausmittel der Fünfundzwanzig appliziert »rden war, wieder laufen gelassen werden. Aber auch dieses mildere Ver- ' »inen scheint ebensowenig gefruchtet zu haben wie das spätere;mf Grund;••«* Hofdekrets v. .1. 17SS, wonach die Stifter neuauftanchender Sekten ins orenhaus gesteckt, werden sollten, denn die religiöse Sektireroi hat sich in ' hmen trotz allem bis auf die neueste Zeit erhalten. Fälle der Hinneigung .., Judentum haben sich unter den iVchen an der Mittelelbe schon in alter : gezeigt und sogar zahlreiche l'ebertritte stattgefunden. Daher stammen : dem Verf. die zahlreichen cochisehen Familiennamen unter den böhmisch*-:! . ... . wie Benda. Henesch. Dub. Feldscharek, Fiala. Hajek. Jelinek. Kafka. Ki.n Morawetz. <>rlik. Platschek, Pokorny. Bobitsehok. Uuzicka . Samek, S.,b..*SK... Stransky. Schafranek. Stiasny, Thorsch. die von den Prnselyten! .H'-n winden, während die genuinen .luden, die bis dahin noch keine J in iinen geführt hatten, auf Verordnung des Kaisers deutsche Namen .H.nehuo'U mussteu. Der Verfasser »1er voistehenden Abhandlung berichtet ferner über eine ■i <!'•• Bibliothek des i'echischen Museums befindliche im .f. l7lö in eeehiseln-r aehe vom J'larrer in Dolni (Vrekvo Karl Jugl verfasste um fang reich«» II a misch rift. ' igi ei zählt darin, er habe sich durch lange Zeit Bahhinor als Lehrer gehalten. < ■!•• ihn täglich zehn Stunden im Hebräischen unterrichtet hätten. Nach vbschluss seiner Studien habt» er von seinem -Lehrer Matus Poiak aus Luidin. dem Sohne Abrahams, die Verleihung des J///mw-Titels verlangt, die ihm dieser jedoch mit Hinweis auf sein«' .ludcufeimllichkcit. verweigert abe. worin er, wie Jugl ollenherzig zugesteht, gar nicht so Unrecht hatte. Nach langen Verhandlungen habe ihm endlich sein Lehrer «las im Manuskript :i hebräischer Sprache mitgeteilte Zeugnis ausgestellt, worin nach .lugls Uebor- - 'tx.nng seinen hebräischen Kenntnissen das höchste Lob gezollt wird. Kino ausdrückliche Verleihung des Morenu-Titels ist jedoch darin nicht enthalten. Xnlässlich der Vertreibung der Juden aus Böhmen 17 Li verfasste Jugl sein Werk, das neben einer Schilderung des Glaubens, der Feste, Sitten und < ie- Lräuehe der Juden eine heftige religiöse Polemik und die gehässigsten Ausfäiio -legen die Juden enthält. Die Handschrift ist bisher, mit Ausnahme sifrtengeschichtlieh interessanter Finzelheiteii. die Zibrt im <"esky Lid, 1"». Jahrg. veröffentlicht hat, wissenschaftlich noch gur nicht verwertet, worden. Die vom Herausgeber V. Zibrt mit grosser Sorgfalt gearbeitete Bibliographie ist bestrebt, aus der Literatur ohne Unterschied der Sprache alles, was

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