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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 2 (1907) · p. Seite 60

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
2 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 60 (sequence 28)
Language
German
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m — alten Tdcale. (»Im«» ihm neue zu geben, macht ihn /um Fremden unter den Seinigon und zum Heuchler unter den Fremden. Hin europäisches Kind, unter Papuas vorsetzt, wird trotz aller Veranlagung geistig ein Papua werden. Ks ist deshalb eine der HauptpHichten des Kulturmenschen, den mühsam errungenen Kulturbesitz seinen Kindern anzueignen und zu vererben. und d.-r jüdische Kulturbesitz ist durchaus nicht minderwertige* als der christlich»». Jst .jetzt die L'eligion für viele Nebensache, so mus> im Judentum ein Ahnenkult gepHegt werden, der die .Japaner, auf »Ii»' auch Bnppin zuletzt hinweist, im Zusanmienstoss mit der europäischen Kultur vom Zusammenbruch gerettet hat, und zwar sogar unter Beihohaltung von Aeusserli -hkeiten, Ritualien und Zeremonien in einer den jüdischen nicht nachstehenden Menge. Nicht zuerst, sondern zuletzt untergehen! —• das muss der jüdische Weckruf werden. In seinem statistischen Teil ist das Buch efn Nachschlagewerk ersten Hanges. Sehr zu bedauern ist es, das« der Verfasser kein Sachregister aufgearbeitet hat. ein Mangel, der wohl in der zweiten Autlage, die voraussichtlich nicht ausbleiben wird, Berücksichtigung finden dürfte. Ich schliosse, wie ich angefangen habe Ks ist ein schönes Buch und regt zum Nachdenken an Ks sollte auf dem Tische des gebildeten .luden und Christen, der sieh für das Judentum wirklich interessiert, nicht fehlen. Dio Ausstattung — Papier und Druck — ist sehr gut und der Preis deshalb massig zu nennen. Dr. S. Weissenberg. Dr. Simon Scherbel-Lissa (Posen). Jüdische Aerzte und ihr Kinfluss auf das Judentum. Mit 3 Porträts. Berlin-Leipzig. J. Singer & ("•». 1!M>5. <ir S°. 7.VS. 1.Ö0 M. Das Büchlein schildert" in kurzen Abrissen Leben und Tätigkeit derjenigen jüdischen- Aerzte. die irgend einen Kintbiss auf die beschicke des Judentums geübt haben. Wenn es auch nichts Neues bietet und nur schon längst Bekanntes geschickt zusammenstellt, >o bringt e> doch die Tatsache klar zum Ausdruck, dass der ärztliche Stand im Leiten der Juden eine gewaltig»' Holle gespielt hat. Die Ursacht» liegt Wold darin, dass die jüdischen Aerzte infolge ihrer grösseren Kenntnisse und <iewissenhaftigkeit den Schlüssel zu den Herzen der Ii rossen, welche das beschick der Juden lenkten, besassen (vgl. Jsak Abrabaneh. v Sehr beheizigungswert sind die Schlussworte des Verfassers: „Mögen die Jünger der Beil Wissenschaft auch in der Jetztzeit niemals aufhören, die nationalen Kiinnerungen zu bewahren nnd zu ptlegen und da< Banner jüdischer Treue und jüdischen <ilaubensmutes hoch zu haben, zu beschützen und zu verteidigen." Im ganzen ist das Büchlein ein interessanter Beitrag zur jüdischen und allgemeinen Kulturgeschichte. ' Dr. S. W eiss en berg. Schulrat Dr. Frohiime.ver und Dr. J. Bcnzinger. llildoratlas zui Bi hol künde. Tan Handbuch für den Ueligionslehrer und Bibelfreund. f>Ol Abb. mit erläuterndem Text. Stuttgart. Theodor Benzinger. 1JM»;">. 4* . VIII und 1S8 S. 7.20 M. Beim Durchblättern dieses Atlas überkam mich ein seltsames unangenehmes Gefühl, das aber nicht* dem Atlas, sondern meinen jüdischen < "laubensgeuossen galt. Denn wie lar.ge \vi*d noch der beschämende Zustand dn-'u!. dass fast alles, wa* auf Bibelforschung und -künde Bezug hat. von ' ' ' n geleistet wird. Christliche Vereine senden zahlreiche Kxpoditionen ien alten Boden Palästinas und der Nebenländer zu erforschen; christr >ren und Verleger suchen das so gewonnene zahlreiche Material auch ■♦««Mi und der Jugend zugänglich zu machen und so die Liebe zur Bibel au ue zu erwecken. Die Juden stehen jedoch im grossen und ganzen dieser erfolgreichen Konkurrenz der christlichen Nationen ferne, als ob die Bibel und Palästina sie überhaupt gar nicht angehe. Das Uesultat ist. dass die t'bristen in der Liebe zur alten jüdischen Heimat und in der Bibel künde s<»

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