Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 2 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Gegenwärtigwohnen die grusischen Juden in den Städtchen Zchinwalv, Suram und Kareli im Gouvernement Tiiiis: Lailasehi, Sudshunv, Satschcheri, Laehamuli und Oni im Gouvernement Kutaiss. Von den Städten weisen eine zahlreiche jüdische Gemeinde folgende auf: Tiflis, Gori. Aehalzich und Kutaiss. In den früheren jüdischen Ansiedlungen — llzehet und Kacherien — sind jetzt keine Juden vorhanden. Man muss bemerken, dass die Juden aus Laehamuli (in Swaneticn) sich schon zum (•hristeutume bekennen. Die grusischer. Juden treiben hauptsächlich Kleinhandel; sehr selten bringen sie es aber zu grosser Woldhabenheil. Sie bewohnen besondere Stadtviertel und assimilieren sieh nicht mit der übrigen Bevölkerung. Die Juden haben nicht nur ihre Religion, sondern auch ihren anthropologischen Typus beibehalten. In ihren Schulen werden die Kinder in der hebräischen Sprache unterrichtet, aber sehr wenige beherrschen dieselbe. Die grusische Sprache wird auch gelehrt, besonders in Kutaiss, wo es einige wohlhabende Juden gibt. Hier stellen sie auch kulturell auf einer höheren Stufe, wohnen reinlicher und reicher im Vergleich mit der allgemeinen Volksmasse, die unter der Armut und chronischem Hunger leidet. Die Unsauberkeit der Juden während epidemischer Krank- 3*