Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 1 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10 dass du das gestohlene Gut wieder an seinen vorigen Ort musst tragen, e* *nll «Iii* mi \viil»»r und so weh werden, und nach dem Ort, da du es gestohlen hast, als dem Jünger Judas war, da er .iesuni verratheu hatte usw. liier haben wir übrigens schon nicht mehr die' eigentliche Volksmedizin, sondern das, was man gewöhnlich mit Zauberei, Besprechung, Beschreiung und dergl. bezeichnet. Allein dieses Mittel wird auch zur Heilung körperlicher Gebrechen angewendet und heisst in unserer Handsehritt, wie noch heute im Klsass. Schönnen. Die Erklärung dieses Wortes geben wir in den Anmerkunge:i. Hier wollen wir nur au zwei Beispielen zeigen, dass auch darin (Christen und .luden sich in gegenseitiger Abhängigkeit befinden So finden wir bei Albertus Magnus für die .Mundfäule: .Job, Job gieng über Land, er trug ein Stäblein in seiner Hand, .da verkam ihm Gott der Herr. Gott der Herr sprach: Job, Job, warum trauerst du so sehr. Herr, warum wollte ich nicht traurig sein, es will meinem Kinde seine Zunge und Mund verfaulen. Im Namen Gottes des Vaters, Gottes des Sohnes und Gottes des heiligen Geistes. Dreimal. Und für die Geschwulst heisst es: Geschwulst, Geschwulst, Gesehwulst: ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, dass du dem N. N. so wenig schadest, als unserm Herrn Jesu Christi die drei Nägel geschadet, die ihm die Juden durch Hände und Küsse geschlagen. Im Namen usw. Dreimal. Ks wäre nun noch die Krage zu untersuchen, auf welcher Seite die Kntlehuung stattgefunden hat, eine Krage, zu deren Beantwortung eingehende und umfangreiche (Quellenstudien nötig wären. So viel, aber scheint mir über jeden Zweifel erhaben, dass diese Entlehnung nicht erst auf das achtzehnte Jahrhundert, sondern auf eine viel frühere Zeit hinaufreicht. Vielleicht haben sogar Juden umi Christen aus einer gemeinsamen fremden Quelle geschöpft. Ks wäre interessant, wenn man diese (Quelle oder <Quellen nachweisen könnte, denn — traurig aoer wahr — es gibt noch heutzutage nicht nur Leute, welche derartige Mittel anwenden, sondern auch solche, die daran glauben.