Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
- Issue
- 1 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Epitaphieu des Gräberfeldes zu Nikolsburg. Vnn I > r. H. F e ii«' Ii 1 w;i n ir. Als eine, holfentlich nicht unwillkommene, Fortsetzung meiner VcWitYeiitlieliuiiiroH im (i e<1 eu k l) u e In» für David Kaufmann s. A.. der zahlreiche meiner Aufzeichnungen iilier die 1 Aszendenten der Familie des Kahbi .fair (liajim Bachrach verwehrtet und sich nicht wonig gefreut hat. als ich auf dem (Jottesacker zu Nikolsburg den Grabstein des lange gesuchten Kabbi Alexander Zunz entdockte, und auch als Fortsetzung meiner auf Grabsteine Bezug habenden Publikationen in der Monatsehrift für (ieseh. und Wisseuseli. des Judentums" und in der literarischen Beilage dos „Israelit", bespreche ich hier eine Keihe nicht uninteressanter <Trnl)sehrift<m meiner 1 ieiniatgemeinde. Nikolsburg war ja einstmals eine ..Mutter in Israel". I >ie (iesehiehtc seiner Judenueineindo geht in graue Zeiten zurück und verliert sieh das Schicksal fast aller alten judischen Kolonien Mährens — in undurchdringliches Dunkel. Aus dem fünfzehnten Jahrhundort ist ein damals bereits renovierte.-- grosses (Jottoshaus nachweisbar —. Kein Wunder. Hatte es doch schon um jene Zeit hoohberühmte Kahbinc* und Laiidesrabbiner, deren reiehentfaltetes Wirken auf eine (.iemcindc^reschiclitc schlicssen lässt, die Jahrhunderte vor ihrer Zeit als Kn« '^ngshoden voraussetzt. Die hier zu uns >]»reehenden iir;*' führen uns bis an den Anfang des siebzehnten Jahrhuinb ■ vergegenwärtigen uns die Zeiten des Dreissiirjäbrisen um ii des Oestenvie'hischen Erbfolgekrieges. DieVertreibuiiLc der Juden aus Wien kündigt sich uns in manchem Namen an. Wie weit der Glanz der Talmud-1 loehschule zu Nikolsburg gestrahlt hat, gehen die Namen der damals so schwer erreichbaren lernen Städte und Länder an. aus denen die Männer gezogen kamen, um hier zu lehren oder zu lernen. Die Beziehungen der durch Gottosgelehrtheit ausgezeichneten Gemeinden zueinander wurden in früheren Tagen mit Eifer aufrecht erhalten. Akademie war mit Akademie verbunden. So spinnen sieh Fäden von Nikolsburg nach Metz, Worms, Fürth, Hanau, Bamberg und Hamburg. Und auch die Familienbeziehungen vornehmer Geschlechter kennen kein Hindernis der Entfernung.