Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 4 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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— 159 — ersten Jahrganges ist der beste Beweis für die Gediegenheit des Unternehmens und ist der jungen Zeitschrift ein erfolgreiches Fortwirken bestens zu wünschen. Auch hier finden wir einige Abhandlungen, die zu der Volkskunde in direkter Beziehung stehen. 1. Die Häufigkeit einiger jüdischer Namen. Heft 10. Eine Zusammenstellung auf Grund des von der jüdischen Gemeinde in Berlin im Jahre 1904 herausgegebenen Verzeichnisses ihrer wahlfähigen Mitglieder, deren Gesamtzahl 20103 beträgt. In bezug auf die Häufigkeit der Namen kann es wohl für ganz Nord- und Mitteldeutschland als typisch gelten. Am häufigsten ist der Name Cohn (oder Cohen, Cahen, Cahn, Coehn, Kahn, Kohn), den 604 Mitglieder, d. h. 3% der Gesamtzahl führen. Dann folgt Levy (Levi, Loevy, Lewi, Lewy, Loewi, Loewy) mit 343 Vertretern l,7°/0 der Gesamtzahl, daneben Lewin (Levin) mit 179 Vertretern und Levysohn (Lewysohn. Lewisohn, Lewissohn, Lewinsohn, Lewinson, Levinsohn, Loevinsohn, Loevinson, Loewinsohn, Loewisohn) mit 75 Vertretern. Von sonstigen biblischen Namen kommen vor: Simon 99 mal, daneben Simonsohn 22 mal; Salomon 92 mal, daneben Salomonsohn 8 mal; Abraham 68 mal, daneben Abrahamsohn 42 mal; Markus 67 mal und Marcuse 48 mal; Moses 64 mal; Joseph 61 mal und Josephsohn 16 mal; Jacob (Jakob) 48 mal, daneben Jacobsohn 108 und Jacoby 208 mal; Nathan 46, daneben Nathansohn 19 mal; Ascher 45; Israel 42; Aron 42, Aronsohn 21; Elias 34; Adam 32; Isaac 30, Isaacsohn 21; David 28, Davidsohn 47; Samuel 26 mal. Von den von deutschen Städtenamen abgeleiteten Namen finden sich: Hamburger 40, Berliner 32, Posener 22 und Breslauer 18 mal. Sehr häufig sind die Zusammensetzungen mit Gold, Silber, Blumen, Rosen. Namen mit Gold kommen 313 mal vor, darunter am häufigsten Goldschmidt — 92 mal; mit Silber 123 mal, am häufigsten Silberstein — 71 mal; mit Rosen 334 mal, am häufigsten Rosenthal (134) und Rosenberg (128); mit Blumen 121 mal, am häufigsten Blumenthal — 73 mal. Von sonstigen Namen kommen besonders zahlreich vor: Wolf 187, Priedländer 161, Hirsch 132, Schlesinger 131, Heymann 127, Neumann 90, Stern 84 und Michaelis 78 mal. Von den auch bei Christen häufigen Namen findet sich Meyer 222, daneben Mayer 27, Meier 2 mal, Maier garnicht; Schulze und Schultz je 1 mal, Schmidt 9 mal, Müller 41 und Lehmann 67 mal. 2. Die Karaiten in Russland. Heft 12. Nach der Volkszählung von 1897 wurden in Russland 12 894 (6372 Männer und 6522 Frauen) Karaiten gezählt. Von diesen wohnten 12292 im europäischen Russland, 215 in Polen, 204 im Kaukasus, 128 in Sibirien und 45 in Zentralasien; 85% lebten in den Städten. Die meisten Karaiten zählt das Gouvernement Taurien (die Halbinsel Krim ist ihr alter Stammsitz), w^o 6166 Seelen wohnen; dann folgt das angrenzende Gouvernement Cherson mit 2008 (darunter Odessa 1049) und das Gouvernement Wilna mit 576 Seelen. Unter den Männern sind 70°/0 und unter den Frauen 50% des Lesens kundig. 9666 sprechen das Tatarische als Muttersprache, 2632 das Russische und 383 das Jüdische (? Ref.) 3. M. Fishberg. Beiträge zur physischen Anthropologie der nordafrikanischen Juden. Heft 11. Der Verfasser, der als amerikanisch-jüdischer Anthropologe bestens bekannt ist, benutzte seine Europareise auch dazu, um den Juden von Algerien und Tunis einen Besuch abzustatten. Seine Untersuchungen an denselben werfen manches neue Licht auf einzelne dunkle Punkte der jüdischen Anthropologie und bestätigen im Allgemeinen die vom Referenten ausgesprochenen Vermutungen (s. unten 6.) Nach den Ziffern Fishberg's zu urteilen, unterscheiden sich anthropologisch die afrikanischen Juden von den europäischen in folgenden Punkten: 1) während die europäischen Juden kurzköpfig sind, zeigen die afrikanischen eine überwiegende Langköpfigkeit; 2) Die Blonden