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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 3 (1906) · p. Seite 98

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
3 (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 98 (sequence 10)
Language
German
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— 98 - nach dem Willen seines Vaters mit dem Adressaten „lernen". „Denn mein bisheriger Lehrer ging nach Padua (rHnxs) und „lernt" auf der dortigen Jeschiba. Alsdann wird er nach Verona (pj?2) reisen und dort seine Hochzeit mit der Tochter des Eabb Jochanan feiern. Wir lernten mit ihm Sanhedrin . . An seine Stelle tritt auf ein Jahr R. David. Seine älteste Tochter hat sich mit Schemuel verheiratet. Er ist Dir zuvorgekommen. Die Mutter unseres Verwandten Mosche ist gestorben. Angela, die Tochter des Mikael Chazan, ist vom Glauben abgefallen. Der Bischof von Triest (tOt^tD),1) nahm zwei Töchter Schimecons und taufte sie. Die Frau des Mosche Mantuano (PD^EOTIE) hat einen Sohn geboren, meine Eltern waren Paten, vom Paten erhielt das Band ein Geschenk im Werte von mehr als 45 Gulden. Von Deinen Brüdern und Geschwistern sei gegrüsst!" In einem Briefe an seinen Oheim (f. 8) lässt Joel (?) alle Vettern und Basen grüssen, insbesondere Mosche, den er in Venedig (n'^H^n) getroffen. Bald werde der Onkel von des Adressaten älterem Bruder Mosche einen Brief erhalten, der zurzeit in Deutschland weile. . „Von Leuten, die daher kamen, hörten wir, dass er bei dem Gaon ß. Schakna2) lerne, dem die ganze Welt das Zeugnis ausstellt, dass seit den Tagen Rabina's und E. Aschi's nicht seinesgleichen dagewesen" (t£^K rPH N1? ViDD npmyb mira tw.) Der Adressat erhofft vom Bruder Glanz und Ruhm für die ganze Familie. Alle freuen sich auf des Adressaten Nachrichten, besonders 1"2P -)JD TED nDUPI (über nDU in dem Sinne: „Nicht zur Familie gehörend" auch für Juden s. Berliners Magazin S. 145 ff.). Seinem Bruder auf der Jeschiba [Mosche Coni] teilt Joel (f. 9) mit, dass sie auch zu Hause etwas gelernt haben, aber nicht gar viel, weil es an Gesellschaft fehle. Sein Vater werde ihn nicht zum Bruder schicken, sondern ihn im Geschäft behalten. 1) In den Gedenkbüehern des Wiener k. k. Finanzarchivs Nr. XX fol. 330b findet sich über die Juden Triests um jene Zeit die folgende Notiz: Beuelch an die Judischhait zu Triest umb den guldyn opferpfennig. Wir thuen Euch zu wissen, nachdem vnns als Regierenden herrn vnd landfürsten zuestett vnd geburt in einganng vnser Regierung auf die Judischhait in vnsern Erblichen fürstenthumben vnd lannden gesessen vnd wonhafft ain gülden opferpfenning zu slagen vnd von Inen zunemen, darauf empfelhen wir Euch mit Ernst vnd wellen das ir solchen guldyn opferpfennig vnserm getreuen lieben Erasnien Braunwart vnserm Rat vnd vitzthumb in Crain an vnser stat vnd von Unsern wegn Namblichn von aines Jedn person ain gld pfennig on alle waigrung raichet vnd gebet vnd den anslag dermassen vnder Euch machet, das der Reich dem armen vbertrag vnd das kains wegs lassig noch vngehorsam erscheinet daran tut Ir vnser Ernstliche Maynung. geben 1523. 2) Vom Pilpul ist an verschiedenen Stellen des MS's die Rede. S. 24 findet sich auch der Anfang eines Briefes an R. Schakna.

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