Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 2 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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— 84 — Bürger der Sekte bilden. Der Kultus wird geheim gehalten und es ist bis jetzt nicht gelungen, ihre Beträume, die regelmässig verlegt werden, aufzusuchen. Auch lässt sich nicht sagen, in welcher Weise die jüdischen Feste begangen werden. Die Dönme haben ausnahmslos zwei Namen: einen jüdischen geheimen und einen türkischen für die Umgebung. Die verschiedenen Gemeinden bewohnen besondere Stadtviertel, haben aber gemeinsame Friedhöfe, die sich durch die den Gräbern gewidmete Sorgfalt von den türkischen vorteilhaft unterscheiden. Die Zahl der Dönme beträgt etwa 5000 in Saloniki und 2000 im übrigen Orient. 3. S. Weissenberg. Kinderfreud und -leid bei den südrussischen Juden. Globus, B. 83, 1903. S. 315—320. Behandelt hauptsächlich den Aberglauben in Beziehung auf das gesunde und kranke Kind, schildert dann die jüdische Volksschule (Cheder) und die verschiedenen Kinderspiele. Von den vier Abbildungen stellt die erste zwei Amulettehalsbänder dar, während die übrigen drei die verschiedenen Geräte für die Kinderspiele illustrieren. 4. S. Weissenberg. Die Karäer der Krim. Globus, B. 84, 1903. S. 139—143. Nach kurzer geschichtlicher Einleitung und Schilderung des physischen Habitus folgt eine ausführliche Beschreibung (mit Grundriss) des Gebethauses der Karäer, sowie ihrer Sitten und Gebräuche. Zwei Abbildungen illustrieren ihren physischen Typus, während eine die Tracht und eine die Tschitschith darstellt. 5. Henry Lew. Der Tod und die Beerdigungsgebräuche bei den polnischen Juden. Mitt. der anthrop. Ges. in Wien, B. 32, 1902. S. 400-408. Eine ausführliche Arbeit über die entsprechenden Sitten und Gebräuche auf folgende Kapitel verteilt: 1. Der Tod im jüdischen Begriff. 2. Glaube und Bräuche vor dem Tode. 3. Vor der Bestattung. 4. Das Begräbnis. 5. Beerdigungsgebräuche und 6. Die Trauer. 6. IL Narbeshuber. Anthropologisches aus Süd-Tunesien. Ibidem B. 34, 1904. Aus dieser sehr interessanten Arbeit möchte ich folgende Stellen, die die tunesischen Juden betreffen, zitieren: S. 3. In allen grösseren Städten des tunesischen Südens wohnen auch immer eine gewisse Anzahl von Juden, die sich in manchen Punkten von ihren europäischen Glaubensbrüdern unterscheiden, insbesondere in bezug auf Lebensweise und Hygiene. Doch schreitet seit der Besetzung Tunesiens durch die Franzosen, die ihnen die gleiche Stellung mit den Arabern gab, ihre Europäisierung immer mehr und mehr fort, wenngleich sie meist nur ganz oberflächlich und äusserlich ist.