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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 2 (1906) · p. Seite 82

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 82 (sequence 26)
Language
German
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— 82 — ahnte Perspektiven eröffnet. Auf das Judentum bezieht sich der tolle Schluss: „In Gestalt der Taubstummen scheidet die jüdische Rasse gewisse Elemente aus ihrem Blute aus, . die ihrem Rassenorganismus von Natur nicht angehörten." Hoffentlich werden die Drohungen des Verfassers, der Welt weitere Veröffentlichungen zu bescheren, unausgeführt bleiben. Dr. Heinrich Singer. Allgemeine und spezielle Krankheitslehre der Juden. Gemeinverständlich dargestellt, Leipzig, Benno Konegen, 1904. VI und 140 S. 2,50 Mk. Das Büchlein stellt eine sehr gewissenhafte und vollkommen objektiv gehaltene Zusammenstellung alles dessen dar, was in irgend einer Beziehung zur Pathologie des jüdischen Volkes steht. Eine solche Arbeit kann leider schon ihrem Charakter nach nicht ganz lückenlos sein, da das betreffende Material iast gleichmässig auf die gewaltigen Disziplinen der Anthropologie, Medizin und Statistik verteilt ist. Ausserdem muss noch berücksichtigt werden, dass der Verfasser, wie er sich richtig ausdrückt, fast jungfräulichen Acker zu bearbeiten hatte. Als Leitmotiv der ganzen Arbeit gilt folgender im allgemeinen ganz richtige Gedanke: Was die Juden als physische Rasse geworden sind, das sind sie grossenteils unter dem jahrhundertelangen Zwange ungünstiger sozialer Verhältnisse geworden. Dabei wird überall auf die grosse Rolle der Alkoholabstinenz, sowie auf die geringe Verbreitung der Geschlechtskrankheiten unter den Juden hingewiesen, — zwei für die moderne Zivilisation so gefährliche Paktoren. Als einen fühlbaren Mangel des Buches betrachte ich die Kürze und UnVollständigkeit seines anthropologischen Teiles. So wird die grundlegende Arbeit des Referenten auf diesem Gebiete, in der der Verfasser manche brauchbare Angabe über die Körperentwickelung der Juden finden könnte, gar nicht erwähnt. Auch möchte ich auf einige, wie mir scheint, nicht ganz zutreffende Schlüsse und gewagte Behauptungen des Verfassers hinweisen. So plaidiert er für Mischehen, da „die jüdische Rasse unter den Folgen der Inzucht krankt und eine gründliche Heilung nur durch umfangreiche Kreuzung mit fremdem, gesundem Blut zu erwarten ist" (S. 22). Nun lässt sich eigentlich von Inzucht bei einem Volke von 11000000 Seelen, die in dichten Haufen wohnen, nicht gut sprechen. Die grosse Zahl der Verwandtenehen, die bei den Juden beobachtet wird, ist nicht physiologische oder soziale Notwendigkeit, was nur auf einigen abgeschlossenen Inseln der Fall ist, sondern schlechte Sitte, gegen die sich mit vernünftigen Gründen kämpfen lässt. Ausserdem geht der Zuwachs aus den Mischehen meistens für das Judentum verloren, da höchstens nur 25 Prozent der Kinder aus solchen Ehen dem

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