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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 2 (1906) · p. Seite 81

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 81 (sequence 25)
Language
German
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— 81 — gar keine Verschiedenheit im Schädelbau der Sephardim und Aschkenasim" (S. 28) nicht mit solcher Entschiedenheit proklamiert werden, denn Ref. ist auf Grund desselben Materials zu ganz anderen Resultaten gekommen. (Z. f. Dem. u. Stat. d. Juden, 1905, V). Lächerlich ist die Behauptung, „dass das Gesetz der Beharrlichkeit der Rasse nur in bezug auf den Schädelbau und die Haar- und Augenfarbe besteht-, für die Statur gilt es nicht" (S. 66), hauptsächlich in Verbindung mit dem Satz: „Der Knochenbau unterliegt überdies am wenigsten einer Umgestaltung" (S. 77). Wird der Einfluss des Milieus auf den Körper überhaupt zugegeben, so hat es keinen Sinn, irgend einen Körperteil seiner Einwirkung zu entziehen. Diesen Ausweg braucht aber der Verfasser, um die breite Schwankung in der Grösse der Juden Europas erklären zu können. Ich glaube, diese wenigen Beispiele genügen, um die folgenden Worte des Verfassers auf ihn selbst anwenden zu dürfen: höchstwahrscheinlich ist dieses Meinungschaos nichts als ein Resultat unrichtiger Untersuchungen, noch mehr aber oberflächlicher Schlussfolgerungen'*' (S. 31). Viel interessanter sind die geschichtlichen Abschnitte. Der Verfasser hat dort mit bewundernswertem Fleiss alles zusammengebracht, was in irgend einer Beziehung zur Rassenmischung im Judentum steht. Aber auch hier wird manchen Tatsachen Gewalt angetan, indem scheinbar ähnliche geschichtliche Vorfälle der Theorie des Verfassers zuliebe verschieden gedeutet werden, je nachdem sie vor oder nach der Zerstreuung vorgekommen sind. Charakteristisch für die ganze Arbeit ist es, dass der Verfasser, um das schlecht gefügte Gebäude nicht zum Falle zu bringen, den kaukasischen Juden einen ganz besonderen Platz einräumt. Zum Schluss muss ich noch leider sagen, dass die Sprache nicht ganz glatt ist, so dass manche Stellen beinahe unverständlich sind. Der nicht genannte Uebersetzer des polnischen Originals scheint der deutschen Sprache nicht ganz mächtig zu sein. Trotz aller dieser Mängel möchte ich doch das Buch zur Orientierung in der jüdischen Rassenfrage empfehlen, da die deutsche Literatur zurzeit kein besseres besitzt, indem dasjenige von Andree z. B. veraltet ist. Die Ausstattung des Buches ist eine sehr schöne, wobei der Preis angesichts der vielen Abbildungen und Tabellen bescheiden zu nennen ist. Dr. Alfred Waldenburg. Das isocephale blonde Rassenelement unter Halligfriesen und jüdischen Taubstummen. Berlin, S. Calvary u. Co., 9102. 46 S. 2 Mk. Das seltsame Büchlein strotzt von lauter neuen Entdeckungen, deren jede die scheinbar festen Lehren der Anthropologie, Psychiatrie und allgemeinen Pathologie auf den Kopf stellt und unge-

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