Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 2 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2638044-2638048-2638050--0271-2638460- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 80 - Vassel, E., La litterature populaire des Israelites tunisiens. Fase. I. Paris, Leroux, 1905. 96 pp. Extrait de la Revue Tunisienne. Rosen, Prof., Die Falascha. Von der deutschen Expedition nach Abessinien. Berl. Tagbl. 24. Juni 1905. Abend-Ausgabe. Bücherschau von Dr. S. Weissenfoerg, Elisabethgrad. Dr. J. M. Judt. Die Juden als Rasse. Eine Analyse aus dem Gebiete der Anthropologie. Mit 24 Abbildungen, 1 Karte und mit im Text abgedruckten Tabellen. Deutsche Ausgabe. Jüdischer Verlag, Berlin. (Ohne Jahreszahl.) IV und 243 S. 4,50 Mk. Die Arbeit Judt's basiert weder auf neuem, eigenem anthropometrischem Material noch auf selbständigen geschichtlichen Forschungen. Sie ist im grossen und ganzen eine Kompilation, die aber leider nicht objektiv gehalten, sondern stark subjektiv gefärbt ist. „Die Juden, als physische Rasse, sind ein Produkt der nicht in Europa, sondern in den fernen Zeiten der primären Wanderungen und der politischen Selbständigkeit der Hebräer stattgefundenen Amalgamie rung. Die hebräische Abzweigung der Semiten hat verschiedene Rassenbestandteile in sich aufgenommen (vor der Zerstreuung. Ref.), welche die Juden von ihrem ursprünglich semitischen Typus stark abgelenkt haben." S. 209. Von diesen Ideen beherrscht, sucht der Verfasser ihnen alles zu unterordnen, was aber nicht ohne Gewalt dem vorhandenen anthropometrischen Material, sowie den geschichtlichen Taten gegenüber geschieht. Von den sechs Abschnitten des Buches ist der erste als Einleitung zu betrachten, der zweite und dritte behandeln die physische Anthropologie der Juden, der vierte die Rassenmischung der Juden vor, der fünfte die nach der Diaspora, der sechste ist endlich den Schlussfolgerungen gewidmet. Der Teil der Arbeit, der die physische Anthropologie der Juden behandelt, ist der schwächste zu nennen, denn das vorhandene anthropometrische Material wird nicht nur oberflächlich gehandhabt, sondern auch willkürlich gedeutet. Der Satz: „Das Merkmal der Juden ist Brachy- und nicht Dolichocephalie" S. 27) ist wahr, aber nur in Beziehung auf die osteuropäische Judenheit, denn die grosse Masse der afrikanischen, arabischen, persischen und mesopotamischen Juden ist anthropometrisch noch gar nicht untersucht. Auch sollte die Behauptung: „Es besteht