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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 2 (1906) · p. Seite 63

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 63 (sequence 7)
Language
German
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— 63 — gesindes, das nach I M. 14,14 318 Mannspersonen zählte. Vgl. Wander, Deutsch. Sprichwörter-Lexicon V, 1399, 145). 502. Bei a Behejme if a leinger Zung, ober rejden konn sie nit. (Vgl. Der isz huod an länk zang, awer e kän net rieden. Schuster Siebenb. — sächs. Volkslieder etc. 164. Wander III, 594, 122. polnisch: W61 ma dlugi ozor, a nie nie mowi. Adalberg Ksigga przyslow polskich 610, 54. Wisla X, 627. kleinrussisch Ilkiewic, Halickij pripowjidki Wien 1841, S. 11). 503. A ehrlicher Mann: er ehapt nit Bejg'l vun Multer. (Er rafft keine Bretzeln aus der Mulde der Verkäuferin weg. Ironisch, um übertriebenes Lob der Ehrlichkeit auf das richtige Maass zurückzuführen). 504. Af an eingebejgenem Bejm springen Zieg'n. (Auf den Baum, der sich neigt, klettern auch die Ziegen, Wander I, 274, 14, ist wohl nur die Uebersetzung des poln.: Na poehyle drzewo i kozy laza- Adalberg 108, 28. Ebenso kleinrussisch Ilkiewic., S. 58). 505. Dos beste [oder: liebste] lost men af später. (Hebr. achrojn, achrojn chowiw. Das Beste spart man auf die Letzte). Wander I, 338, 22. 506. Er bet fach (bittet um Erbarmen) wie bei a Gaflen (Räuber). 507a. Er gejt wie der Biber in Pastke (in die Falle), b. Er klogt [oder: zugiesst, begiesst fach mit Trer'n] wie a Biber. (Piakac jak bobr. Adalb. 408. „Polen und Böhmen legen dem Biber bitterliches Weinen bei, was sich auf eine verschollene Tierfabel gründen mag.4* Grimm DWB I, 1807). 508. Choz a Chaje-schoo (Wenn auch nur eine Stunde gelebt) il ejch (auch) gut. (Wander V, 1296, 3. Böhm.-jüd. Urquell N. F. I, 172 ff. No. 46. Blass, Jüd. Sprichw. S. 8. Bernstein im Hausfreund I Nr. 127.) 509. Af mit hot Charote (wenn man wortbrüchig wird) liegt men in Blote (im Dr . . .). 510. Die Chassene if noch wie es if, der ObkihFn fach if erger. (Auf den Rausch des Vergnügens folgt der Katzenjammer). 511. Vun ejmer (sagen) bis ejsse (tun) if fehr wajt. 512. Mi chapt a Feder un mi lost iber (lässt zurück) a Perene (Federbett). 513. Wie mi fregt, afej entwert men. (Wie man fragt, so ist die Antwort. Wander I, 109, 8. 122. 123. Jako pytajq,, tak odpowiadajq,. Adalb. 458, 3). 514 Gelt vargejt un Chochme (Klugheit) bistejt. 515. Gelt hot gikost un kin Hanoe (keinen Genuss) nit gihat. 516. Af es gilt (wenn es glückt) darf men kin Chochmes nit. Umgekehrt: Af es gejt nit, helft kin Chochmes nit. 517. Gott schloft nit, Gott schwajgt nit. 518. Af es darf trefn die Gute (euphemistisch für: das Unglück) treft men vun weiten. 519. Wus bist'e mir far a G'wir (Reicher), af ich bin nit dein orimmann?

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