Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 2 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 58 - Chajim, der ein grosser Zadik und Unew (frommer und demütiger Mann) war, diesem Unwesen ein Ende zu machen. Zu diesem Zwecke begab er sich einmal nach Sonnenuntergang in die wabersche Schily stellte ein grosses hölzernes Fass mit der offenen Seite nach unten auf und nahm darunter Platz. So sass er die ganze Nacht bitterlich weinend und inbrünstig betend, weit und breit wurde sein Jammern und Klagen gehört, und die Bewohner der Schilgass befanden sich in der grössten Aufregung. Als er bei Sonnenaufgang die Schü verliess, war in diese wieder Ruhe und Frieden für immer eingekehrt. Reb Chajim aber erhielt den Beinamen Plaksiwiz, weil er so tapfer und ausdauernd zu weinen vermocht hatte. Dieses Ereignis soll im Pinkes (Gedenkbuch) der Synagoge verzeichnet gewesen sein, welches aber bei einem Brande zugrunde gegangen ist. Lieder aus der Slovakei. (Brezova, Neutraer Comitat, Oberungarn.) Aufgezeichnet von Rabb. Dr. J. Tag licht, Wien. Der Schikernik (Trunkenbold). I. Auf eine Infel wist ün leer Bin iach verworfen geworn. Es hot mich getroffen bitter ün schwer Vün Gott borchü (gelobt sei er) der wiste Zorn. In der Läng ün in der Breit Geh iach erüm ün forsch, Eb (ob) es if niks du e Scbänkel E Trünk Bronef (Branntwein) zü geben, Zü stillen mein Dorscht. Oi wie kenn me leben Ohn e Trünk zü geben, Oi wie kenn me fein Ohn e Gläfele Wein! II. Efscher (vielleicht) bin iach gestroft geworn Nor wegen de einzige Sach: Dass iach hob getrunken Bronef gur wenig ün niks e sach (viel). Güter Gott, löf miach aus vün dannen, Schweren will iach, iach wor trinken Bronfen vülle Kannen. Dort wü die Maschinen fennen, Wü me tüt Bronef brennen,