Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 75% known words query
- IRI
…/2638044-2638048-2638049--0241-2638429- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 52 — Un Gott wejss, zi (ob) zu sehn sach mehr. Nu, zi is (ist denn) dos a gring Wort, Wie kenn men awek vun jenem Ort, Wu die Weib mit die Kinder hobn ihm bileit? Er is vun der Heim awekgigeingen, Weil die Biderfenes (Bedürfnisse) schleppn mit Zweingen (Zangen), Suchn sich dem Stickele Brejt. VII. Seht nor, wie die Fisch in Teich fliehen, Kin eine (kein einziger) stejt noch nit afn Ort, Hin un her sie lejfn um, sie suchn un rihen (wühlen) Fregt sie: wos sucht sie dort? Ejb (wenn) sie wollt af ejn Ort stendig gisessn. Wollt sie doch kejnmol in Netz nit arein; Nor weil sie sucht nebach wos zu essn, Stellt (setzt) sie dem ganzn Lebn ein. Sie muss lejfn, sie muss schwimmen, Ihr Lebnsmittl zu bekimmen, Nor nit leidn dem Hungertejt (Hungertod); Einzustellen dem ganzn Lebn, Vielleicht ihr wet sach eingebn (treffen). Bis sie wet gifinen dem Stickele Brejt. VIII. Drum, Mentschn, hert wos ich well eich sogn, Mein Ejze (Rath), ducht (däucht) mir, is gor nit krumm: Welcher Stickl Brejt far eich wet sach onschlogn (ereignen) Bitracht ihm friher ganz gut arum. Welcher Stickl Brejt far eich wet sach gifinen, Friher sollt ihr em af Sticklach zubrechn, Vielleicht in ihm kenn sach a Stechele (Stachel) gifinen, Mit welchn mi kenn sach cholile varstechn. A reinem Stickl Brejt zu ginissn, Kenn men lebn a Lebn a sissn, Gor ohn Pachad (Furcht) un ohn Schreck. Nor a Bissn nit a glattn (einen bedenklichen), Welcher chaswescholim (Gott behüte) kenn varschatn (schaden) Jenem losst gar awek.