Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2638044-2638048-2638049--0232-2638420- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 43 — Nach dem Volksglauben bekommt der Jude für den Sabbat eine Zusatzseele (Neschomo jessero), dalier die vielen Speisen und Mahlzeiten an demselben. Finden Sabbat sind drei Hauptmahlzeiten, Scholoisch sseudois, vorgeschrieben; eine am Freitagabend, die andere am Sabbatmittag und die dritte am Sabbatabend, aber vor Sonnenuntergang. Für diese drei Mahlzeiten wird je eine Challa (Festbrod) zubereitet. Freitagabend kommen alle drei auf den Tisch und nur eine wird angeschnitten,Samstag mittag zu Kiddusch werden die übrigen zwei aufgetafelt und wieder nur eine angeschnitten, und endlich zur dritten Mahlzeit, die eigentlich Schaleschides genannt wird, wird die letzte Challa autgetragen. Zu und nach jeder Mahlzeit werden verschiedene erbauliehe Lieder, Smi- Schabbes vin der Schil. rois genannt, gesungen. Adam soll[von Gott einKleid aus Nagelstoff erhalten haben (vgl. Genesis III, 21), das ihm aber beim Entfernen aus dem Paradiese, was am Sabbatausgange geschah, weggenommen wurde, und nur die Nägel erinnern noch an dieses einstige Kleid und somit an den ganzen Yorgang des Sündenfalles. Daher betrachtet man bei der Habdalah (Sabbatabendsegen) die Fingernägel. Einige Sabbate haben besondere volkstümliche Bedeutung erlangt. Der Sabbat, an dem beim öffentlichen Gottesdienste die Perikope „Beschalach" verlesen wird, heisst Schabos-Schire (Lied). Für ihn wird eine Grütze zubereitet, die die