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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1906-01-01 · 1 (1906) · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
Issue
1 (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 41 (sequence 46)
Language
German
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— 41 — bejten. Dermuthen sechihdeiri frihere Liebschaft in Keif ihr44 u.s.w. Die Frau, für die gemessen wird, steht nebenan und liest auch hier die entsprechenden Gebete. Die so gewonnenen Fäden werden nach Hause genommen, um sie später als Dochte für die Lichte des Versöhnungstages, so wie für diejenigen des Makkabäerfestes zu verwenden. Auch kamen sie früher in die Lichter der ..Kinder für den Abendunterricht im Cheder (Schule) oder in diejenigen für die in der Synagoge Talmud Studierenden. Die Dochte werden unter folgendem Ceremoniel zubereitet. An einem Montag oder Donnerstag der Zeitperiode zwischen dem Neujahr und dem Versöhnungstag begeben sich die Frauen, die den Friedhof gemessen habe, in die Synagoge zum,, Knejtlech (Döchtlein) lejgen." Die Messläden werden dort einer armen Frau, die sich auf das Anfertigen von Wachslichtern versteht, eingehändigt. Es werden hauptsächlich zwei Lichte angefertigt, deren Grösse und Dicke vom Vermögensstand der Bestellerin abhängen. Ein Licht ist „far die Gesinte", es wird länger und dicker gemacht als das andere, welches „far die Toite" bestimmt ist. Die Lichtmacherin übernimmt die Fäden und misst nach vorher [angegebener Länge je ein Stückchen von ihnen ab, während die Bestellerin irgend eines Namen nennt, für dessen Seele der betreffende Teil bestimmt ist; dabei darf der Faden nicht zerschnitten werden, so dass jeder Docht aus einem fortlaufenden Fadenstück besteht. Beim Anfertigen des Dochtes zum Licht für die Lebenden spricht die Bestellerin dazu: „Das Knejtel is far mein Mann, er soll gesund sein und gute Geschäfte im kommenden Jahre machen u. s. w.; dieses ist für meinen Sohn, er soll mir viele Freude bereiten u. s. w.; dieses für meiue Tochter, sie soll eine gute Partie machen u. s. w.; dieses für meinen zweiten Sohn u. s. w.; dieses für meinen Vater, meine Mutter u. s. w." Es werden alle lebenden Verwandten der Frau und ihres Gatten erwähnt und endlich auch die guten Freunde der Familie herangezogen, jedem wird etwas Passendes gewünscht und für jeden ein Fadenstück gelegt. Beim Lcliti für die Todtcn sagt man folgendes: „Dieses ist für Adam und Eva, Abraham und Sara, u. s. w. alle Patriarchen; dieses für meine ^gestorbene Mutter, sie soll haben den lechtigen Ganejdem (Paradies) in soll san a giter Mejliz (Fürsprecher) far mir in meine Kinder; dieses für mein Söhnchen \\. s. w." Alle längst sowie vor kurzem gestorbenen Verwandten und Freunde, die nur in den Sinn kommen, werden herangezogen. „Das lejbedige Leeht", zu dessen Docht zum Unterschied von anderen einige weisse Fäden beigemengt werden, zündet die Hausfrau am Vorabend des Versöhnungstages zu Hause an, es soll dem Hause Glück für das ganze künftige Jahr bringen und es vor Unglück bewahren. Das „toite Lecht", auch

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