Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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— 40 — Friedhofes und geht von rechts nach links. Eine von den drei Frauen nimmt die Fadenknäule in je eine Hand. Die beiden anderen reissen etwas Gras aus oder ergreifen irgend einen passenden Gegenstand vom Friedhofboden mit der einen Hand, in die andere nehmen sie die Fadenenden der Knäule, die die erste Frau hält. Sie ziehen alle drei um den Friedhof herum, sich nahe an die Innenseite der Friedhofsumzäunung haltend, und zwar die Knäulehaltende Frau in der Mitte und die beiden anderen ihr zu Seiten, während die Frau, die sie dazu bestellt hat, ihre, meist jüdisch-deutschen, Gebete [Teclünoth) verrichtend, ihnen hinten nachfolgt. Das Messen geschieht dadurch, dass die mittlere Frau die Knäule abwickelt, während die beiden anderen die herabfallenden Fäden auf die Gegenstände, die sie in der linkenIHand halten, mit der rechten aufwickeln. Das Kejwermessen, zu dem schon eine Frau genügt, geschieht ebenfalls mit einem Faden. Derselbe wird mehrmals um das Grabhäuschen von der Messfrau unter folgenden Worten geführt: „Tejerer Vater (Mitter u. dgl.), deine Tochter NN. bot sech matriech (bemüht) gewejn zi dir zi kimmen in dein Kejwer zi messten, seische sech matriech far ihr in ihr Mann in ihre Kinder var Gott zi