Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Folge. Zweiter Jahrgang (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 39 — Das Feld- und das Kejwermessen1). Von Dr. S. Wassenberg, Elisabethgrad. In Süd-Kussland hat sich his auf den heutigen Tag die seltsame Sitte erhalten, das Feld (den Friedhol) und die Kejiver (Gräber) der nahen Verwandten und Freunde vor den hohen Feiertagen zu messen. Gewöhnlich geschieht dieses Messen an einem Montag oder Donnerstag des Monats Elul, es kann aber auch nach der ersten Selichah2) täglich ausgeführt werden. Auf dem Friedhofe sind während dieser Zeit immer einige ältere Frauen zu finden, die sich auf das Messen verstehen und die nötigen Baumwollfäden in Knäule aufgewickelt mit sich führen. Zum Feldmessen werden mindestens zwei, gewöhnlich aber drei Frauen verwendet, je nach der Länge, Dicke und Zahl der Kerzen, die zu machen die messende Frau beabsichtigt und zu deren Dochten die Fäden verwendet werden. Das Messen beginnt am Eingange des *) Vgl. Mitteil. V, 60. VI, 131 [M. Gh.] *)rEinige Tage vor dem jüd. Neujahr.