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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 169

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 169 (sequence 77)
Language
German
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— 169 — aufnehmen.— Im Yertrauen gesagt: der desigmrte Gymnasiallehrer ist Dr. Münk aus Glogau. Grätz war allerdings nicht zu umgehen, weil er diese Angelegenheit von vorn herein mit vielem Eifer betrieb Nö'On^ H% — Wie geht es Deiner lieben Frau; ich hoffe doch, dass sie jetzt vollkommen wohl ist? — Wozu Dich F. verwenden wird, muss sich erst später finden. —.Dass Dr. Beer nach Breslaa wolle, ist leeres Geschwätz, wovon hier nicht die Kede ist. —Noch etwas. F. meinte, dass deine einzelnen Censuren im Rectorat-Zeugnisse nicht glänzend wären, z. B. gut. Du hast nämlich vergessen, ihn mit der Bedeutung desselben bekannt zu machen, die in jedem Lande auders ist. Ich habe das wohl berichtigt, dass nämlich gut in Preussen schon was sagen will, sage Dir es aber, dass Du gelegentlich davon Notiz nehmest. Ich muss nun schliessen, denn es ist 11 Uhr Nachts. Lebe wohl und schreibe bald Deinem treuen W. Landau. Yiele herzliche Grüsse von meinem Vater und meiner lieben Frau. 7. David Friedländer.*) Was der Königl. Gesandte zu Warschau in Befolgung des Rescripts vom 10. Januar c. zur Befriedigung des Seidenfabriken Entrepreneurs David Friedländer wegen seiner Forderung an die Juden- Gemeinde zu Wilna vorläufig gethan hat; Solches wird der Friedlaender aus dem abschriftlich angeschlossenen Bericht des p. von Buchholz vom 25. Januar c. des mehreren ersehen. Berlin den 15. Februar 1790. Auf seiner Königl. Majestät Allergnädigster Spezial-Befehl. Finkenstein, v. Alvensleben. An den Seiden-Fabriken Entrepreneur David Friedländer alhier. 8. Ein Testament aus der Zeit Kaiser Josephs II. Der Verfasser dieses Testaments, Samuel Hofman, ist, nach frdl. Mitteilung seines Urenkels des Herrn Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Marceil Hoffmann, Wien, in dessen Besitz sich das Original befindet, aus Preuss. Schlesien nach Ungarn eingewandert und dort Erbpächter und später Hofjude des Fürsten Esterhazy geworden. Wiederholt gelang es ihm, für verurteilte Verbrecher die Gnade des Fürsten zu erwirken, so einst für eine Eäuberbande, welche, von den Häschern aufgespürt, vor ihm ihr schändliches Gewerbe abgeschworen hatte. Das ihm von den Eäubern angebotene Gold verteilte er unter die von ihnen geschädigten Familien. Der Name „Hofman" ist aut *) Original im Besitz des Herrn J. Hecht, Hamburg. — Ueb. D. Friedl. s. Jew. Enc. — Ueber die Juden in d. preuss. Seidenindustrie gegen Ende dos 18. Jahrh.'s s. Allg. Zeit. d. Judent. 1902 S. 489 ff.

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