Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 170

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 170 (sequence 78)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2638044-2638045-2638047--0176-2638365
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 170 — seine Stellung zurückzuführen. Von seinem Wohlstand legen ausser seinem hinteiiassenen Barvermögen die kostbaren silbernen Pferdegeschirre Zeugnis ab, welche seinen Kindern als Erbe zufielen. Seine Söhne, Besitzer umfangreicher Waldungen, gingen durch eine Ueberschwemmung i. J. 1811 geschäftlich zu Grunde. Für S. H.'s Frömmigkeit spricht der Umstand, dass er sich einen eigenen Haus rabbiner und einen Schächter hielt. Vorbemerkung. „Bitz" Bittsche (Sitz des Fürsten Eszterhazy). „Vormitter" Vormünder. „Bibel- Wassen" Knaben-Waisen. „Verlassenes" Verlassen schaft. „Mahreseiden4* Moire-Seide. „Erbel" Aermel. „Bekesch" ein langer Rock. „Barca" Kosename für Barbara, Barbarka. „Holgran" Filigran. „Guidestücke Hauben" Goldgestickte Hauben. „Richten" Rechte. „Klok" Klage (= Trauer-)Kleider. „Sofrin" Sovereign. „Sarmunie" Ceremonie. Testament. Mir Endes Gefertigte Urkunden und bezeigen vor jeder meniglich ab sonders, wo vor zu Zeigen nöthig seye, das wir auf Verlangen des Herrn Samuel Hofman, bei ihme gekommen, welchen wir auf seinen Kranken Bet gefunden; mit ihme gesprochen und ihn bei guter deitliche Sprache und Verstand an getrofen, welches wir mitist Zerschidentliche Diskursen gehabt haben. Endlichen sagt er zu uns wie folgend, das ich hir in Gottes Macht lige, und so wenig wie alle Gesunde Menschen wissen kenen die Stund wan Gott meiner Seele von mir abfurdern wird, als dan erbitte ich alss warhaftigen Zeigen, meinen letztern Willen, wie mit von Gott mir beschehrten Vermögens nach meinen Abscheidens verfahren, und verhalten würden sol, auf zu zeichnen, mit eire Unterschrift befestigen, womit alles und jedes vermögen mein letztern Willen aufs genaueste und folkomlichste nach glebt, und gehalten wirden möcht, als neinlich alhir wirden die an befuhlene Punkten Ordentlich und deitlich geschrieben. I. Der Vohrmitter über mein Weib und Kind sehe Hab und Gut ein zu richten unter die Erben. Nemlich der Herr Bitzwer Verwalter namens Antoni Fabrini und meine 2 Söhne die Eltesten, Abraham Hofman, und Marek Hofman. Diessen sein ebin die Vohrmitter. Sie aber dürfen niks machen ohne Willen des Herrn Verwalters. II. Vor meine Seele wirdet verlasen mein Schwager namens Viliph, wonhaftig in Nodmadier bei Pressburg, er ist ein gelernter Man, der soll fohr meiner Seele den Almächtigen Gott bitten 3 Jahr, jedes Jahr soll ihme gegebin werdn bahrgeld f. 15.— und von mein Leib 6 Hemder und ein Schwartz Mahreseiden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.