Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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— 157 — d. August der Starke und Elias1) Berend Lehmann2) Von Gottes Gnaden etc. Lieber Getreuer; Wir haben auf Elias Berend Lehmanns als Bevollmächtigen der Judenschaft unterthänigstes Ansuchen und Vorstellen, dass die Unsere Lande durchpassirende Betteljuden, Kabinen Weiber und unerzogene Kinder auch so genannte Diener, mit Erlegung des vollen Leib-Zolles verschonet werden möchten, gnädigst resolviret, dass die unerzogene Juden Kinder bis in das zehonde Jahr, von dem Leib-Zolle gänzlich frey gelassen werden sollen, hingegen wegen derer übrigen Persohnen lassen Wir es bey dem am 4. April in diesem Jahre emanirten Generali unverändert bewenden, und befehlen hiermit, du wollest damit die Gleits- und Zoll Einnehmern, nach dieser Unserer Resolution sich gehorsamst zu achten wissen, das nöthige, wegen derer Juden Kinder, in die sämtlichen Gleits-Einnahmen des dir anvertraueten Bezircks Kraft dieses verfügen, Und hieran Unsern Willen und Meynung vollbringen. Datum Dresden am 24ten Septem. 17338). Unserm Ober-Gleits- und Accis-Commissario auch lieben getreuen Johann Christian Rödern. *) „Elias Sohn des Residenten Lehmann". Er u. der „Providern* Meyertt versorgten die Betteljuden mit Reisegeld (nach einer Randnotiz). 2) Ueber B. L.'s M. Wiener in: Monatsschr. VI S. 48, Magazin 1893 N. 1 u. 2, Allgem. Zeit. d. Judenth. 1861 Nr. 13, Kaufmann D., Aus H. Heine's Ahnensaal 53. 297 f. u. Grunwald a. a. O. 76. 331 N. 1572. 8) Vgl. Levy A., Gesch. d. Juden in Sachsen 64, Lehmann E., Bor. Lehmann 68. Ein Berenz Lehman, der jedoch mit dem bekannten „poln. Residenten" kaum identisch sein dürfte, wird (Wien, Hoffinanz) im Okt. 1694 bei der Hofkammer angeklagt. „Brünn, 16. Oct. 1694". „An die Hochlöbl. kays. Hofkammer" wird aus der „Olraützer Diöcese" über jüdische Münzlieferanten berichtet, „dass deren Sich viele befinden Und im Landt hin und her die gutten an Schrott Vndt Korn gewichtige, auch andere devaluirte Münz Sorten ohne scheu aufwechseln, Vndt nebst Einer grosen quantität Silber, Von etlich Zeiten in die Bischöfl. Müntz nacher Crembsier zum Verschmeltzen geliefert haben, dergestalten dass allein gegen Vielmahl hundert Tausent Teils an Pagamenten, Theils an Bruchsilber geliefert haben sollen, Vndt diese Liefferanten seindt zum grossten theil alhier im Marggrafthumb zu Raussnitz, Crembsier vndt Niklaspurg wohnende Juden, darunter Nahmbhaft der Jude Marcus Polak vnd Bereut Leman. Ja es unterstehen Sich von diesen Juden die Kays, groschen vndt drey Kreutzer mit aufgab 6 Pr. Conto einzuwechseln, damit zu wuchern undt selbte zu verführen, wie unlengst Einer von diesen Juden gegen diesen wucher von dem Herrn Abbten zu Wellehradt Eine ansehnliche Summam drei Kreutzer Einzuwechseln sich nicht gescheut. Wann nun von diesen Juden vndt Liefferanten bey nechsten Brünner marckt, würdt sein der 25. Currentis sich verschiedene alhier einfinden vndt zu betretten sein würden u. s. w.". Am 20. Okt. meldet man die „Arrestirung der Olmüzischen münzlieferanten und Geldwucherer Marcus Polackh und Berenz Lehmann". Zu seiner Rechtfertigung begiebt sich Ber. Lehm, nach Wien. Es wird ihm und seiner Familie zu diesem Zwecke eine Pass bewilligt. Leffman Berenz, Ber. Lehm.'s Verwandter, trat nach dem Tode Sam. Oppenheimers z. Tl. an dessen Stelle. So ergeht (Wien, Hoffinanz) unterm