Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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— 158 — 3. Ein Jude als Erfinder. In einem „Coup d'oeil rapide sur l'ötat des Israelites en Hollande et principalement dans laville d'Amsterdam" (W), in welchem die traurige Lage der holländischen Juden zwischen 1805 und 1810 geschildert wird, findet auch die wissenschaftliche Gesellschaft Felix Meritis in Amsterdam Erwähnung, welche nach ihren Satzungen Juden ausschliesst. Ein Jude erfindet nun ein „Tellurium lunarium et planetarium d'une grande utilite pour l'astronomie, dont on a fait le plus grand eloge et sur le quel un professeur celebre a lu dans la susdite societe trois discours differends . . . Finventeur, dis-je, d'une machine aussi utile, n5 est meme pas admissible ä cause de sa religion, si l'on considere, qu'une societe dont les' branches s'etendent dans toute la Hollande, portant pour devise: A L'utilite Publique, s'occupant des ecoles primaires, exclus les juifs de son sein par son premier article." Herrn Sigm. Seeligmann, Amsterdam ist es gelungen', den Namen des christlichen Professors sowie den des jüdischen Technologen zu ermitteln. Der berühmte 9. April 1706 die Verordnung „Ans General Kriegs Zahlambt von dem Churf'ürsti. Hannoverischen Juden Le ff mann Berenz, zwey Jud Opp enhaimberis che Ihme Berenz cedirte quittungen, alss eine per 515000 fl. vnd die andere per 100000 fl. sambt der Cession zuruckhzunemben vnd selbige auf sein Berenz Namben vmbzuferttigen vnd Ihme zu extradiren". Am 16. Apr. 1706 ist „Der löbl. Königl. Böhmb. Hof Cantzley in Frdtsch. hiemit anzufügen. Was massen des gewesenen Königl. Oberfactors vnd Judtens Samuel Oppenheimers nachgelassene Erben dem Leffmann Berenz Churfürstl. Hannoversch. Judten, Hoffvnd Cammer Agenten, 215000 fl., welche Ihnen Oppen heimer sehen Erben in Abschlag undt zu refundirung der von Ihrem Erblasser wegen seiner geleisteten Anticipation und Lifferungen habenden Forderungen auff die dissj ährige Militär-Bewilligung im Königreich Böhmen assigniret werden, dann andere 100 000 fl., welche man Ihnen ebenfahls in Abschlag Ihres Erblassers Forderung auf die dissj ährige 1706 te Militär-Bewilligung in Schlesien angewiesen, Und darüber die quittungen unterm 23. October extradirt hat, per Cessionem überlassen und auf sein Berenz gebührendes ansuchen man sothanne von Ihm in Handten habende Oppenheimber quittungen von dem Kays. General Kriegs-Zahlambt zürukhneme: Und auff Ihm Berenz, gestallten von dem Kays. Oberfactor Emanuel Oppenheimer auch, — Vermög schrüftl. Von sich gegebener erklärung hierwider nichts eingewendet worden, aussfertigen hat lassen, — Alls hat Ihro löbl. Königl. Böhmb. Hof-Cantzlei die Kays. Hof- Cammer an solches erinnern: Vnd sie in Frdtsch. hiemit ersuchen wollen, selbige beliebe unschwehr die Verfügung ins Königreich Böheimb vnd Herzogthumb Schlesien ergehen zu lassen, damit daselbsten die Vormerkhung über obige Summen anstatt der Oppenh. Erben auf Besagten Lefmann Berenz besehene, vnd gegen General Kriegs Zahlamtsquittungen Ihme die Zahlung derselben iedoch mit keiner andern Praerogation, alss sonst der Oppenheiniber gehabt, vnd alle übrigen assignatarij der proportion vnd billichkeith nach zu consideriren seint, gelaistet werde. Es verbleibt . . — "Wien, d. 16. Apr. 1706".