Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2638044-2638045-2638047--0158-2638347- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 152 — hebräischen Grammatikern enthält, ist unstreitig gegründet. Nun könnte man zwar, wie gewöhnlich, denken, dies sei eben die Art des Simsonischen Werks, welches in der Unterschrift des Abschreibers (oder Bearbeiters) fol. 94 wirklich so charakterisirt wird, als ein kurzer Auszug einer Menge von Büchern, damit nicht jedermann nöthig habe, diese alle zu durchlesen (ungefähr wie D. Kim chi in der Vorrede seines Michlol sich über den Zweck und Namen seines Buchs erklärt). Aber schon der Verfasser dieser Unterschrift selbst bekennt, dass er an vielen Stellen nach seinem Ermessen geändert und hinzugethan (TD~INn), doch nur vermuthungsweise, nicht um abzuweichen von dem Verfasser, „da ja alles, was ich in der Grammatik weiss, nur Tropfen sind, die seinen Händen entfielen, als ihm seine Schüler Wasser aufgössen" (und nun folgt die Nennung der Quellen, woraus der Verfasser geschöpft). Wir hätten demnach nicht einen blossen Abschreiber, sondern einen Ueberarbeiter vor uns, der sich denn auch in vielen rvnyn am Bande und mitunter im Text zu vernehmen gibt, und zwar kritisch gegen Verfasser und Text seiner Handschrift, oft mit grosser Anmassung; und auf einen solchen führt denn auch jene Note im fol. 1, wo er zur Bestätigung sich auf den Simson hanaqdan beruft, von dem er durch (einen Schüler S.'s?) B. Schelomoh mündlich weiss. Indessen scheint die Zusammensetzung des Inhalts der Hdschr., die jedenfalls die Abschrift einer unvollständigen mit starken Lücken versehenen Hdschr. ist, vielmehr für eine Compilation von verschiedenen Tractaten zu sprechen, besonders zu Anfang der pnplH nnDD und am Schluss; während die Hauptmasse in der Mitte mehr von einem Guss zu sein scheint und wohl hauptsächlich von Simson herrühren mag. Wenn Sie aber annehmen, dass die Leipz. Hdschr. den □'»Jlpn "IHTl (was man im Mittelalter so nannte) gar nicht enthalte, so gründet sich diese Annahme wenigstens auf eine unrichtige Voraussetzung, nämlich dass die Ihren von Wolf Hei den heim mitgetheiiten Anfangsworte nicht darin vorkommen. Diese Anfangsworte hat bereits EliasLevitain den mm^n "»"DtP (letzter Theil des M asorethhammasoreth) unter n'D'l angeführt; sie finden sich aber wirklich in der Leipz. Hdschr.. aber erst hinter dem nnDÖ fol. 24b, in der Ueberschrift einer spcciellen Abhandlung von wenigen Blättern über die P r o n o mi n a, die R. S aa di a nach Spr. 8,22 D^lpH mtPV genannt hat, und die hier als mW ünnTl npy D^myn DI"D an die Spitze der Grammatik gestellt sind, obgleich darauf die Einleitung zu einer vollständigen Grammatik über die Bedetheile nebst einem TlpjH 'D folgt. Davon hat offenbar der □"Jipn IIDTl den Namen; obgleich der Bearbeiter in der Unterschrift fol. 94 b diesen Namen dem Werk wegen der vielen Quellen, woraus es geflossen, wunderlich genug gegeben haben will, was sich sogleich als eine gezwungene Erklärung eines ihm dunklen Namens verräth. Mit aufrichtiger Hochachtung und Dankbarkeit Ew. Wohlgeboren ergebenster Hupfeld. (P.S.) Mein Programm ist noch immer nicht fertig, wird Ihnen aber sogleich zugehen, sobald es heraus ist.