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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 142

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 142 (sequence 50)
Language
German
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— 142 - Am Kopfe des Blattes ist ein schwarzer Mantel abgebildet, in dessen rechten Aermel ein Lotterieloos No. 2493 steckt. Aus dem linken Aermel ragen zwei Beutel hervor, aus denen Geldstücke in einen, in der linken Tasche steckenden Trichter fallen. Eine Hand am Bande des Blattes zeigt auf den Mantel. Der am Fusse des Blattes gedruckte Text besagt: Bei einem Kleiderseller, derjenigte dermalen Dichter wahr, fand man unter ein zum Verkauf aufgehenkten Mantel dieses Aushängeschild mit folgende Worte. Der Mantel hatte einst ein schlechtes Loos. Des Menschen Finger waren ihm zu lang: Jetzt füllt die weite Tasche &ich mit Moos; Sein weiter Aermel ist.Fortunas Gang. 3. Eine andere Karikatur ist betitelt: Die beiden Ette — und bezieht sich auf M. H. Schwabe und Pintus Nathan, die über die Verheiratung ihrer Kinder folgenden Dialog führen: Schmuggel: Soll er se hoben? Kann se aach fahren in mein Kutsch. Neveile: Hast Du Mesummen, kann er se kiiegen. Bin ich doch kein Schaute, bin ich doch Koch — un brauch ich doch nich zu seyn alt ferzig Jahr, um su wissen, wie mer soll machen den besten Bebbes. Main is de Maid — un mir gehört se. Schmuggel: Sollst se behalten at mee Schono; Ich bin kain Raiber — Koch se ein, sauer oder süss, schick se nach London oder Paris, krieg se den Zappel, dass sich en Stein dribber menachim is. Ich will (,) sie nich. Zwischen den beiden sich unterredenden Personen liegen verschiedene, mit hohen Ziffern bezeichnete Geldsäcke, hinter denen eine weibliche Figur sich erhebt. Die Unterredenden machen mit den Händen., den Juden eigentümliche Bewegungen. 4. Die nun zu beschreibende, vierte Karikatur belastet die Familie Gans. Sie ist unterfertigt: ganz treu! gedr. bei G. T. Pincon. An einem Tische, auf welchem verschiedene Geldhaufen liegen, sitzen zwei Männer, die Geldstücke beschneiden und eine Frau, welche dieselben auf einer Goldwage bezüglich ihres Gewichtes prüft. Ein neben der Frau stehender Mann weist auf die Goldwage, andeutend, dass das Geldstück noch zu schwer ist. Hinter dem Stuhl eines der sitzenden Männer steht ein Knabe der eine Wurst isst. Ueber dem Tische hängt eine nach Art der siebenzinkigen konstruirte Lampe. Sämmtliche Personen haben stark jüdisch ausgeprägte Physiognomien. — Die Familie Gans dürfte ob dieser Darstellung ihres Leumundes im ganzen wenig erbaut gewesen sein. 5. Mit der Beschreibung eines köstlich gezeichneten, humoristischen Bilderbogens will ich meine Ergänzungen schliessen.

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