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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 124

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 124 (sequence 32)
Language
German
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.— 124 — zeugte. Die Söhne waren Herrmann Heine, der jung starb und zu dessen Andenken, die noch heute segensreich wirkende „Hermann- Heine-Stiftung errichtet wurde und Carl Heine, Banquier und Nachfolger im Geschäfte seines Vaters. Ein anderer Sohn der verwittweten Mathe Heine war Samson. Heine, verehelicht mit einer geborenen van Geldern, welche ihm vier Kinder gebar: Heinrich Heine, den bekannten Dichter, Gustav Heine, Herausgeber des Fremdenblatts in Wien, Maximilian Heine, Medicinalrat in Petersburg und Charlotte Heine verehelichte Embden. Hieraus dürfte die Verwandtschaft von D17 H. Schiff mit Heinrich Heine ziemlich klar gestellt sein. Die sonstigen Angaben des Stammbaums gehören hier nicht zur Sache. Hertz Bendix Schiff war laut Hamburger Adressbuch Kaufmann und wohnte bereits 1796 Altewallstrasse Nr. 55 N.(icolai) 10. Er handelte mit Cattun, Zitz und engl. Waaren, B.(ank)C.(onto) unter Herrn S. J. Renner Söhne. 1801—2 wohnt er noch daselbst bis Himmelfahrt, dann in Nr. 44. Diese Adresse ist unverändert bis 1826. Dann wird er nur als Kaufmann, ohne Zusatz, angeführt und wohnte 1827 Hütten Nr. 65. 1828—30 grosse Michaelisstrasse 116, ohne jede Angabe bezüglich eines Geschäftes. Er scheint also kein Geschäft mehr betrieben zu haben, weil er nicht damit reüssirte, denn tatsächlich hatte der früher wohlhabende Mann später sein Vermögen verloren. 1831 wohnt er Pastorenstrasse 153, 1832 u. 33 Kraienkamp 221. 1834 und 35 Englische Planke Nr. 9. 1836 fehlt sein Name, 1837 wohnt H. B. Schiff Hütten 64. Dann kommt er nicht mehr vor, denn er ist nach Wandsbeck verzogen, wo er 74 Jahre alt, am 19. October 1840 starb, und am 22. ,October auf dem GrindelfriediiOf beerdigt worden ist. So bestätigt das Leichenregister der Deutsch-isräel.-Gemeinde zu Hamburg. Dr. Hermann Schiff ist 1801 in der Altewallstrasse geboren, aber nicht wie er selbst sagt und wie es in Handbüchern der Litteratur zu lesen ist am 1. Mai, sondern, wie es laut einer im Jahre 1843 erwachsenen Acte, bezüglich der Ermittelung seiner Staatsangehörigkeit feststeht, bereits am 23. April, e. a. Schiff ist in manchen Angaben ungenau und wenn er auch sagt, dass er den Geburtstag mit seiner ebenfalls am 1. Mai geborenen Mutter zusammen feierte und dadurch beide um einen Festtag im Jahre zu kurz gekommen seien, so geniert ihn das nicht in den nächsten Zeilen fortzufahren: „Das jüdische Datum ist von dem christlichen sehr divergirend und als 1806 Hamburg,- als eine der sieben guten Städte, Frankreich einverleibt wurde, war es kaum möglich, ein jüdisches Datum mit der christlichen Zeitrechnnng in Einklang zu bringen. Die Franzosen hielten streng auf. Geburtsregister und alle Judenknaben wurden möglichst um einige Tage älter gemacht, um bei Zeiten militairpflichtig zu werden, denn Napoleon brauchte Bekruten

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