Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 122 — weisen der Liebe, der Verehrung für Schiller, das alles hatte eine enthusiastisch-gespannte Stimmung hervorgebracht, die sehnsüchtig auf einen Anlass harrte, sich entweder in begeistertem Jubelrufe auszutönen, oder sich in Thränen freudigster Eührung zu lösen. Ein kräftiger stolzer Hinweis auf die geistige Herrlichkeit der deutschen Nation, zu der Schiller sie erhoben hat, ein zuversichtlicher Ausblick anf die Verwirklichung der Freiheits- und Vaterlands-Ideale, die er uns leuchtend vor Augen gestellt hat, und, davon sind wir überzeugt, die Versammlung wäre jubelnd dem Eedner beigefallen, wäre mit der Länge seiner Rede sowohl, wie mit ihrer wissenschaftlichen Haltung versöhnt gewesen. Dass übrigens die Festrede Riessers nachträglich die Würdigung gefunden hat, die ihr an dem Abende der Feier nicht von allen zuerkannt wurde, haben uns zahlreiche, auf das Lesen gestützte Urteile gezeigt, beweist auch die Tatsache, dass sie bereits in zweiter Auflage (ihr Ertrag ist der Schillerstiftung bestimmt) erschienen ist. Diese Rede ist bei Endrulat im Anhang Nr. VI. S. 39 abgedruckt. Bei dem im grossen Wörmerschen Saale abgehaltenen Festmahl an dem etwa 540 Personen theilnahmen, brachte Herr Dr. J. Wolffson den zweiten Trinkspruch aus. Die kernigen Worte desselben sind wiedergegeben in der Schillerfestnummer des „Hamburger Wochenblatt" (Nr. 8). Der Toast gipfelte in einem hoch auf ein geeintes Deutschland. B. Karicaturen. Zu der Karikatur auf Riesser S. 148. Nr. 80 ist zu bemerken, dass dieselbe reproduzirt ist in der „Zeitschrift für Bücherfreunde" 4 Jahrg. 1900—1 in der Abhandlung von Georg Hermann in Berlin: Zur Geschichte der neueren deutschen Karikatur, welche durch 3 Hefte, Oktober 1900, Dezember 1900 und Januar, Februar 1901 fortgesetzt ist und in der, aus diesen zusammengefassten und erweiterten Monographie von G. Hermann: Die deutsche Caricatur im 19. Jahrhundert S. 56. Im Original ist die Karikatur mit Nr. 54 bezeichnet, als zu einer fortlaufenden Serie von Karicaturen aus dem Frankfurter Parlament gehörig. Sie zeigt Riesser vor einem Stuhl stehend, in der Hand ein Manuscript, das auf der Rückseite, die Inschrift trägt: Ciceronis oratio celeberrima summo applausu coronata, Francofurti. Vinke der auf dem Stuhl hinter ihm steht ist im Begriff ihm einen Lorbeerkranz aufzusetzen. Die Caricatur auf Dr. Schiff, welche bei Grunwald, Ergänzungen S. 355 — in Folge eines Druckfehlers als Spottlied, statt Spottbild — angeführt ist, steht in der Reform 1860 Nr. 41 vom 7. April. Der S. 149 erwähnte Holzschnitt von Schiff mit daneben gedruckter Biographie stand nicht im „Omnibus" sondern ebenfalls in der „Reform" von 1867 gelegentlich seines Todes am 1. April d. J. Beide sind von Christ. Förster gezeichnet. Die Caricatur hat die Unterschrift: „Ein Abonnent des Stadttheaters, der sich während der