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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 106

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 106 (sequence 14)
Language
German
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Zu ihrem Endzweck den besten Grund, Sie wollten den Himmel regiren, Einen Turm wohl aufführen, Sich zu bereiten, Mit Gott zu streiten, Dies war ihr ganzer böser Sinn. Da verwirrte Gott ihre Sprach, Dadurch entstand Alles verkehrt, 180) Der Bau wurde zerstört Und Alles verdarb in seinen Abgrund, Und was noch mehr — Sprach Gott, der Herr: „Weil ihr nun seid solche Laffen Und nach mir greift mit eueren Waffen, Sollt ihr sein umgeschaffen In der Gestalt, wie die Affen! Gott schickt seinen Blitz Aus Zorn und Hitz 190) Und branöt sogleich ab dem Turm sein Spitz. Die Sünder war er noch mehr belohnen, Er teilt sie in siebzig Nationen, Zerteilet in die ganze Welt, Bis der gute Abraham Auf die Welt kam, Der dem lieben Gott ganz wohl gefiel. Mit neun und neunzig Jahren war er mit Freuden Nach Gottes Geboten sich zu beschneiden. Dafür ihn Gott 200) Belohnet hat : Die Sara ihm den Isak gebar. Um den guten Abraham zu probiren, Sagt Gott zu ihm: „Gehorch meiner Stimm Und tu1 mir deinen Sohn zu Opfer führen." Abraham fing an, Das Werk zu tun. Da rief ihm Gott von seinem Tron: „Nicht berühre deinen Sohn! 210) Dein guter Wille verdient schon, D ass du hast von mir den besten Lohn." Der gute Abraham, Der opfert das Lamm, < Das ihm just entgegen Kam. Da lässt sich Gottes Stimme Zum zweitenmal hören: „Abraham, deine Nachkommen will ich mehren, Weil ich dich so fromm und fein befunden hab, Auch will ich dir schenken 220) Zum ewigen Andenken Für deine Kinder das heilige Land. Abraham, der ging voller Freuden nach Haus, Stattet seinen Sohn wohl aus. Dem Isak gebar Seine Frau ein Paar, Der eine davon der Jakob genannt. Jakob der hatte zwölf Söhne zugleich. Der Josef davon Bestieg den Tron 230) In dem grossen egyptischen Reich. Die guten Hebräer, Die kamen daher, Ins Land Mizrajim zu marschiren, Der Hunger, der war sie dorthin führen. Weil Josef tat damals regiren, Mussteman die Israeliten respektiren. Da aber Josef kein Herr Und König war mehr, So mussten die Israeliten arbeiten gar schwer, 240) Vierhundert und volle zehn Jahren Mussten sie bei den Barbaren Gar schwer und bitter arbeiten. Gott war sichs erbarmen Ueber die Armen Und lässt ihnen die Freiheit andeuten. Er führt sie heraus mit grossem Heer, Teilet für sie das rote Meer Und gab ihnen dort Die Zehngebot 250) Und das gelobte heilige Land. —

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