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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 100

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 100 (sequence 8)
Language
German
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— 100 — grössten Teil der Hinterlassenschaft bildeten. Das Verzeichnis der Bücher führt etwa 300 Werke an, die wohl Eliah von seinem Vater geerbt hatte, da bei seinem spärlichen Einkommen ihm nicht viel übrig blieb, um seine Bibliothek durch Anschaffung neuer Werke zu vervollständigen. Halachische Werke, die Responsenliteratur, Midraschim und Eitualien sind stark vertreten. Von den bedeutenderen religionsphilosophischen Werken finde ich keine im Kataloge angeführt. Von deutschen Büchern ist natürlich keine Spur. Denn zweifellos hat sich unser Eabbi den „aufklärerischen" Ideen und Bestrebungen seiner Zeit gegenüber ablehnend verhalten, und in seinem Hause durfte wohl schwerlich ein deutsches Buch gelesen werden. Hatte doch der jüngste Sohn, der in Witzenhausen lebte, als er über die ihm durch Post zugegangene Summe, die ihm als Erbteil zufiel, quittieren musste, seine Unterschrift auf dem amtlichen deutschen Aktenstück nur mit hebräischen Schriftzügen versehen können. Zur Zimmereinrichtung zählten ein Tisch, 2 Lehnstühle, zu denen wohl die zwei „Rutschen" gehörten, und wahrscheinlich war von den 3 Spinden einer in. der Vorderstube aufgestellt. Die übrigen Möbelstücke hatten in der anderen Stube und in der Küche Platz gefunden. Denn das Inventar führt im Ganzen 3 Tische, 3 Spinde, 2 Lehnstühle, 2 Putschen, 5 Schemel — wohl Stühle ohne Lehnen — auf, ferner 4 Bettstellen. Von welcher Einfachheit das Mobiliar war, zeigen die Beträge, mit denen die einzelnen Stücke bei der Auktion bewertet wurden. Die drei Tische erzielten einen Erlös von 16 Groschen Die drei Spinde „ „ „ von 1 Tl. 13 „ Die fünf Schemel „ „ „ „ 17 „ Drei Bettstellen „ „ „ „ 12 „ (Die vierte wurde der Wittwe überlassen) Zwei Stühle „ „ „ „ 11 ,, 3 Tl. 21 GroschenT" (Der Taler hatte 24 gute Groschen im Werte.) Die ganze Einrichtung der Zimmer wurde für 3 Tl. und 21 Gr. verkauft. Natürlich bilden Spiegel, Teppiche, Vorhänge und Bilder, welche heute selbst die schlichteste Wohnung zieren, Luxus-Gegenstände, die im Hause unseres Rabbi unbekannt waren. Der Tisch und die Betten wurden, so sie nicht benutzt worden, mit Kattundecken verhängt. Bei Tisch waren Tischtücher im Gebrauche, von denen 4 Stück zum Verkauf gelangten. Für Tafelgeschirr war verhältnismässig reichlich gesorgt, denn 10 zinnerne Schüsseln und 28 englische Zinnteller standen der Hausfrau zur Verfügung. Die Festtafel, besonders am Sederabend, konnten fünf silberne Becher zieren. Ein grosser Silbeiiöffel, zwei kleinere Silberlöffel und zwei Dutzend silberne Haken vervollständigten den Silbervorrat. —- Sowohl

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