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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 2 (1905) · p. Seite 96

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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— 96 — Inventars, der Katalog der Bücher nebst ihrer Abschätzung und die zur Auktion gelangten Gegenstände aufgeführt werden. Das Leben und Wirken meines Vorgängers gedenke ich in anderm Zusammenhange darzustellen. Hier nur soviel, dass nach der erwähnten Chronik die Familie ihren Stammbaum auf Don Salomo harophe Kaliphari2) zurückführte, der als Leibarzt eines portugiesischen Königs um das Jahr 1600 zur Auswanderung gezwungen, in Krakau sich niederliess, und ob seiner hohen Gelehrsamkeit der Wertschätzung der Talmudgrössen seiner Zeit sich erfreute. Der Vater' unseres Eliah war Arjeh Löb Darschan ^hakadosch", „der Heilige", da er den Märtyrertod erlitten hatte. Als „darschan" (Prediger) in Posen wirkend, wurde. :.er mit dem Vorsteher Jakob im Jahre 1736 infolge einer gegen ihn erhobenen Blutbeschuldigung gefänglich eingezogen und gefoltert. Er war den Folgen der Marterqualen erlegen. Elias hatte natürlicherweise erst unter Leitung seines Vaters in Posen, später im Hause seines Schwiegervaters, des Rabbiners Z'wi Hirsch in Schwerin a. W., —nachmaligen Rabbiners in Meseritz, — rabbinische Studien gepflegt. Nach der Sitte der Zeiten hatte er im Jünglingsalter seine Gattin Michle heimgeführt und blieb vorerst, mit seiner Familie in Schwerin ä. Wr im Hause des Schwiegervaters. Auf einen Ruf eines Jugendfreundes von Posen, des Eliah Norden in Amsterdam, der durch eine reiche Heirat in die Lage gekommen war, ein eigenes Bethhamidrasch zu eröffnen, war er nach Amsterdam gegangen, blieb aber nur kurze Zeit daselbst. Auf die Nachricht von dem traurigen Geschick, das seinen Vater ereilt hatte, kehrte er zu. den Seinen zurück.. Eine Zeit lang wirkte er als Rabbiner in Wreschen, welches damals noch zu Grosspolen gehörte und wurde von dort nach Landsberg berufen an Stelle des Vice-Rabbi Lcvin Marcus, dem sich .ein besser dotirtes Amt in Polen geboten hatte. — Die königliche Bestätigung der vollzogenen Wahl und die Konzession zur Ansetzung erfolgte - am .16. Mai 1765. Eliah Levin führte. nur den Titel Vice - Rabbi, weil die gesamte Judenschaft der Mark Brandenburg dem Ober-Landesrabbiner in Berlin unterstellt war. Nach den Angaben der Generaltabellen, die damals alljährlich der Regierung eingereicht wurden, stand er im Alter von 41 Jahren, als er sein hiesiges Amt angetreten, während seine Gattin Michle bereits 46 Jahre alt gewesen sein soll. Er hätte demnach im Jahre ,1724 das Licht der Welt erblickt, während die Familienchronik seine Geburt in das Jahr 5470 1710 setzt. Immerhin dürfte . er, etliche Jahre älter sein, als das amtliche Aktenstück angibt, da. sonst auch die anderen Angaben der Chronik nicht gut stimmen könnten, und der Verfasser derselben sich auch auf schriftliche .Dokumente beruft, 2) Vgl. Grunwald, Hamburgs deutsche Juden S. 154 Nr. 42 u. S. 332. [M. G.] " -

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