Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 2 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Haushalt eines Rabbiners im 18. Jahrhundert. Von Dr. B. Elsass, Landsberg a. d. W. Die Wohnung des Babbiners, deren innere Einrichtung mit ihren intimeren Einzelheiten diese Skizze schildern will, ist die eines meiner Vorgänger, der hier in Landsberg a. d. W. von 1765 bis zu seinem im Jahre 1802 erfolgten Tode seines Amtes gewaltet. Einem glinstigen Znsammentreffen von Umständen habe ich es zu danken, dass ich über das Leben dieses Amtsbruders genauer orientiert bin. Der Vice-Kabbi und Schulgelehrte Elias Levin — dies sein Name und die Bezeichnung seiner Würde in den amtlichen deutschen Aktenstücken — war ein Spross eines edlen und frommen Geschlechts und ist zugleich der Stammvater einer weitverzweigten Eabbinerfamilie, die sich nach dem hiesigen Amtssitze ihres Vorfahren in vielen ihrer Glieder „Landsberg" nannte. Zunächst war es eine Schrift eines Enkelsohnes unseres Kabbi, die mir näheren Aufschluss über das Leben meines Vorgängers bot. Es ist dies eine Familienchronik, welche der Enkel Salomon Kaliphari, — auch Salman Posner genannt, — aus Anlass seines 80. Geburtstages im Jahre 1860 grösstenteils nach mündlichen Ueberlieferungen und nach persönlichen Erinnerungen niederschrieb, die unter dem Titel rtD^iP "ixin von seinen Söhnen dem Drucke übergeben wurde und im Jahre 1870 im Verlage B. L. Monasch, Krotoschin erschienen ist. Die Angaben sind nicht ganz zuverlässig. Bezüglich meines Vorgängers konnte ich dieselben nach Akten, die sich aus der Zeit seiner Amtstätigkeit im Archive unserer Gemeinde und im städtischen Archive vorfanden, berichtigen. Den Stoff zur folgenden kleinen Kulturskizze bot mir ein Aktenbündel, welches icb unter einem Wust von alten vergilbten Blättern im Archiv der Gemeinde aufgefunden, worin das Testament des seligen Schulgelehrten Elias Levin enthalten war, nebst der Bechnungslegung der Beglaubigten der Gemeinde, wobei das genaue Verzeichnis des *) Vgl. Z. f. d. Gesch. d. Jud. i. Dtschl. II 182 [M. OJ. Mitteilungen zur jüd. Volkskunde. Heft XVI. 7