Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2638044-2638045-2638046--0075-2638263- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 71 — Abendessens machte der Vorbeter in Begleitung des Obersebammes jedem Gast einen Mi sehe beiroch (Segensspruch), wofür sie einige Kopeken bekamen. Jetzt erst begann der fidele Teil. War der Bräutigam dazu befähigt, so musste er nach dem Essen eine „Drusehe" (Vortrag) sagen,- wozu ihn der Badchen mit den Worten: „Nu, Chussen- Lejben, sug a Drusche!" aufforderte. Der Badchen „flig überschlugen (unterbrechen) die Drusche" durch seine Witzeleien. Sonst hielt die Drusehe der Badchen selbst nach folgendem Muster: A Drusehe. Die fcOOIl in nD*0 sugt: W"pü "TIES rUWaOH T\byh }nn. Frejgt man a frWlp: vin wanen drejngt sech die as TÖ^ fnn IT"PD 11ED mithin? Entfert ^""1, weil er is 7W202 "inB, darim is er 11 JOD vin W'p. Frejgt men: vin wanen lernt ^"1 ub? Entfert men: vin rm 'n lernt ^""l ub, vin a plDD. In plDE? .stejht: Yw^nra artsm mbz f>ro bd b& nn asen. Frejgt men a fcOtßHp". far wus hol sie sech gelejgt zi Füssen, far wus nit zi Kopen, oder glach bei der Sat sech gewejn lejgen? Entfert men a yv\n: TJD hot nit gewisst, as OH is asa PPn-Reisel, as sie wet kimmen bei der Nacht zi ihm wecken vin'm Schluf. Wegen asa ntfi'pD hot er derweil ubgelejent &*"p. Hot er in W"p gesugt: btcn WD in hot dem IfcO'C IX >ü gelejgt bei der rechter Sat; bwn* ^KDt&'D in dem ^W~\2) "J*6ü bei der linker Sat; — vorent dem tan« Itffe; $K£n mn»01— dem bttB-) 1*6d bei die Plejzis (Schultern). b$ nratP TO Syi. Hant as er hot sech belejgt in t£f"p arim in arim mit WZtibü, hot rYH schoin nit gehat, wie sech zi lejgen. Ot derfar hot die hejlige XDü) nit gehejssen dem jnn lejenen ken W'p die erste Nacht, wurem er wet lejenen W"p, wet er sech arimlejgen mit CTDX'PD wi wet sech die rte lejgen? Derfar sugt die rtflBWIH PlW pn Klo: fc'"p£ HÜB in is taki (auch) "mE oich, die PDD soll sech hubn wi zi lejgn. Hierauf setzten sich die Eltern der Braut und die Brautleute um einen Tisch und die Gäste überreichten den Neuvermählten „Druschegesehank" gewöhnlich in Geld, unter Ausrufen des Namens des Spenders und der gespendeten Summe durch den Badchen, wobei es nicht an guten Witzen und beissender Satire fehlte. Das gesammelte Geld steckte der Vater der Braut einstweilen in die Tasche, und man ging zu den „Vivetes" über. Diese bestanden darin, dass die Gäste zuerst den Vater der Braut, der an einem Tische sass, auf welchem Süssigkeiten und Wein serviert waren, beglückwünschten, indem sie ihm die Hand schüttelten, einige gute Worte sagten und zuletzt mit ihm anstiessen. Dabei wandten sich aber die Gäste zuerst an den Badchen, der laut ausrief: „N.N.