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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 69

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 69 (sequence 73)
Language
German
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— 69 - Wureni ]DT Kinder as sej höhn a Taten, Hofen sej as er soll sej bastatten. ober hi&6n cn^p CDin1. CWIÜV' kicken arois oif deine n*iyi&'\ CPJDirV vargiessen var dir pE^-e hvdd, ~ Wurein di bist derC^OirP 'QN/ kennst Die wejsst doch, as dem Toit mir doch ejderer leiden. Aü di frejgst mech, wi deine Kinder die C^iTP ahingekimmen, Zi hob ich sech denn iinsist far PREIST intergenihmen, G-ejh arof in balejt dein Silin zi der n^n mü> se^n rta» Ich wel sej ^""G bentsehen, sej sanen sej helfen mehr vin nV"Dn b--''*! Da mir. nit ärger vin alle/' is Gott noron code n":K! Azind w.isch up> pn» deine0igen viQ In entfert asoi dein Tatens HEt^ j Goti^'soll dir helfen in a giter mODD pip W- TD T)2 tbl dem I rW zi dein n^in gejhn. vin Gewejn varmeiden, In Ihr, gite Frand, enfert alle: Die Braut wurde noch darin unterrichtet, wie man den Segen über Lichter, L echt bensehen, sprechen muss, und dann erst wurde sie von den Frauen zur Trauung, die im Synagogenhof stattfand, geführt. Nicht selten werden erst jetzt einige Differenzen in Beziehung auf Mitgift, Beköstigung usw. ausgeglichen, und die Braut muss geduldig das Kommen des Bräutigams erwarten. Sind keine Differenzen da, so suchen die Verwandten des Bräutigams, „Chussenszad", solche heraufzubeschwören, auf dass der Talmudspruch in Erfüllung gehe, der lautet: „keine Trauung ohne Streit". Ueberhaupt „blust sech Chussenszad" während der ganzen Hochzeitsperiode und sucht seine Ueberlegenheit und Unzufriedenheit klar kund zu tun, obgleich er von den Verwandten der Brautauf das Zuvorkommendste behandelt wird, gerade um unliebsamen Zerwürfnissen aus dem Wege zu gehen. Endlich kommt auch der Bräutigam im „Kittel" angezogen und die Trauung nimmt ihren gewöhnlichen Lauf. Manchmal erschien der Bräutigam im Pelz, wenn es auch Hochsommer war. Das Trauungszelt, eine auf vier Stangen ruhende Decke, war im Synagogenhof aufgestellt. Der Bräutigam nahm in seiner Mitte Platz, dann kam die Braut, geführt von den Führerinnen und Führern, sowie von den beiderseitigen Eltern und Grosseltern mit angezündeter Kerze in der rechten Hand. Sie alle umkreisten den Bräutigam sieben Mal und stellten endlich die Braut an seine rechte Seite. Der Eabbiner oder sonst jemand spricht den Segen über den Wein, von dem er den Brautleuten zu nippen gibt, und trägt die dazugehörigen Gebete vor. Der Bräutigam vermählt sich die Braut zur Frau, indem er ihr mit der vorgeschriebenen Trauungsformel einen goldenen Ring an den rechten Zeigefinger steckt. Ein Kundiger verliest den Ehekontrakt, den er der Neuvermählten zur Aufbewahrung überreicht. Nachdem endlich der Rabbiner wieder den Segen über Wein gesprochen und einige weitere Gebete verlesen hat, schliesst die Trainings Zeremonie mit

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